30. August 2021, 16:37 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Bildrechte: Thomas Robbin / Stadt Gelsenkirchen
Der Strukturwandel des Einzelhandels und der Innenstadtzentren beschleunigt sich nicht erst seit der Corona-Pandemie. Das Online-Geschäft, die Krise großer Kaufhäuser und die geänderten Bedürfnisse der Käuferinnen und Käufer treiben schon länger den Wandel in den Innenstädten an. Nun hat die Stadt Gelsenkirchen gleich drei Förderbescheide über insgesamt rund 800.000 Euro aus dem Sofortprogramm zur Stärkung unserer Innenstädte von der Bezirksregierung Münster erhalten.
„Ich freue mich sehr über diese Förderung, da sie es uns ermöglicht, neue Ideen und Perspektiven für unsere Innenstädte in der Gelsenkirchener City und in Buer, aber auch für Horst zu entwickeln und umzusetzen“, so Gelsenkirchens Stadtbaurat Christoph Heidenreich.
Kernstück des Programms ist dabei ein An- und Weitervermietungsmodell, mit dem Städte und Gemeinden in die Lage versetzt werden sollen, leerstehende Ladenlokale vergleichsweise günstig weiterzuvermieten und so auch für neue Geschäftsmodelle zur Verfügung zu stellen. „Mit Mitteln aus dem Förderprogramm können wir als Stadt anmieten und deutlich günstiger an Interessierte weitervermieten. Der Differenzbetrag wird mit den Fördermitteln und einem Eigenanteil von zehn Prozent städtischer Gelder beglichen“, erklärt Bernd Gebert von der Wirtschaftsförderung der Stadt Gelsenkirchen.
„Hierbei geht es natürlich nicht um die Förderung großer Ketten, sondern um die Schaffung etwa von Co-Working-Spaces, die Förderung kleiner, lokaler Produzenten, die nach Möglichkeiten zum Verkauf ihrer Produkte suchen oder auch um kulturwirtschaftliche Nutzungen. Hier stehen wir bereits im Austausch mit Interessierten“ erläutert Irja Hönekopp vom Referat Stadtplanung.
„Im Fokus stehen neue, kreative Geschäftsideen. Angebote, die es bisher noch nicht gibt und die zu einer Aufwertung der Innenstadt führen“, ergänzt Bernd Gebert. Für Gelsenkirchen-Buer stehen dafür rund 235.000 Euro zur Verfügung.
Für die Gelsenkirchener City sind rund 495.000 Euro Fördermitteln bewilligt. Auch hier geht es um die Förderung kreativer Ideen für einen spezialisierten Einzelhandel, aber auch um gastronomische Angebote und um die Schließung von Angebotslücken. Zum Beispiel im Bereich Herrenausstatter, Elektronikfachhandel und bei weiteren höherwertigeren Angeboten sieht Wirtschaftsförderer Gebert Bedarfe. Gespräche gibt es bereits mit dem Besitzer der Immobilie an der Bahnhofstraße 78 -84, dem ehemaligen Kaufhaus Boecker und heutigem Standort des alten Bahnhofsfensters. „Hier wird eine Machbarkeitsstudie gefördert, die verschiedene Ideen aufzeigen soll, wie die zur Verfügung stehenden großen Verkaufsflächen genutzt und mit neuem Leben gefüllt werden können“, so Gebert.
Doch nicht nur räumliche Potenziale sollen neu genutzt und erschlossen werden, sondern auch ein Gutachten zu den Chancen und Risiken der Digitalisierung des Einzelhandels wird auf den Weg gebracht, weiß Irja Hönekopp: „Dabei geht es zum Beispiel um die Frage, wie sich stationärer Handel und Online-Handel miteinander verknüpfen lassen, oder um Möglichkeiten der digitalen Werbung. Denkbar sind aber auch showrooms, wo man sich die Waren ansehen kann, bevor man sie bestellt, oder digital gesteuerte Vertriebswege über Kurierdienste.“
Auch für Gelsenkirchen-Horst gibt es Fördermittel. Hier stehen rund 80.000 Euro zur Verfügung. Eine Machbarkeitsstudie soll zeigen, wie ein Citymanagement für Horst aussehen könnte. Ziel ist es hier, einen Dienstleister zu beauftragen, der Immobilienbesitzer und andere Akteure zusammenführt, um die Bedarfe an ein Citymanagement in Horst zu ermitteln.
„Bei aller Freude über die nun zur Verfügung stehenden Gelder kommt es ganz wesentlich auf gute Ideen für unsere Innenstädte an, die wir dann gerne fördern“, resümiert Stadtbaurat Christoph Heidenreich und hofft darauf, dass die neuen Möglichkeiten intensiv genutzt werden.