25. Oktober 2019, 14:43 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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Das Institut für Stadtgeschichte lädt am Mittwoch, 30. Oktober 2019, ab 19 Uhr in die Dokumentationsstätte Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“, Cranger Straße 323, 45891 Gelsenkirchen zu einem Vortrag von Dr. Ralf Blank über das Thema „Target Ferox“ – Gelsenkirchen und der alliierte Bombenkrieg 1939 bis 1945 ein.
Gemessen an den Einsätzen von alliierten Bombern und der Abwurftonnage zählte Gelsenkirchen im Frühjahr 1945 neben der Reichshauptstadt Berlin, Essen, Köln und den Leuna-Werken bei Merseburg zu den am häufigsten bombardierten Angriffszielen auf dem europäischen Kriegsschauplatz. Die Angriffsziele lagen in den Stadtteilen Scholven und Horst wo zwei Hydrierwerke standen, die in den späten dreißiger Jahren in Betrieb genommen wurden, um über die Kohlesynthese Treibstoff für das Heer und die Luftwaffe herzustellen.
Das britische Bomber Command flog ab Mai 1940 die ersten Luftangriffe auf diese beiden Werke, ab Sommer 1943 folgte dann auch die 8. US-Luftflotte. Die Angriffe steigerten sich bis zum Kriegsende, doch lagen die Hydrierwerke wegen der Angriffsschäden bereits im Herbst 1944 weitgehend still. Daran konnte auch der Einsatz von Zwangsarbeitern, Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen zu Wiederaufbauarbeiten nichts ändern; in großer Zahl fielen die Menschen den Bombardierungen zum Opfer.
Der durch Abbildungen ergänzte Vortrag schildert die Luftangriffe und ihre Auswirkungen auf Gelsenkirchen aus alliierter und deutscher Perspektive.
Von 18 Uhr bis 19 Uhr findet vor der Abendveranstaltung eine öffentliche Führung durch die Dauerausstellung „Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“ statt. Der Eintritt ist frei.