25. Februar 2019, 15:16 Uhr | Sparkasse Gelsenkirchen
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Emscher-Lippe-Index ELIX. Bildrechte: S-Private Banking Gelsenkirchen GmbH
Der Höhenflug der letzten Jahre ist zwar vorbei, aber die regionale Wirtschaft wächst auch 2019 weiter. Grund zum Optimismus gibt eine Umfrage unter 150 heimischen Unternehmen für den Emscher-Lippe-Index (ELIX). Dieser regionale Konjunkturindikator liegt trotz internationaler Risiken und konjunktureller Abkühlung mit 122 Punkten knapp unter dem Langzeithoch vom Jahres-wechsel 2017/18 und sogar einen Punkt über dem Wert aus dem Herbst 2018.
„Trotz zunehmender Konjunkturrisiken und einer voraussichtlich nachlassenden Dynamik im Außenhandel ist ein solides Wachstum im Jahr 2019 realistisch“, sagte Claus Cordt, Geschäftsführer der S-Private Banking Gelsenkirchen GmbH, die den ELIX in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen herausgibt. „Eine Basis dafür bilden die gute Beschäftigungslage und Auslastung der Betriebe“, ergänzte Dr. Jochen Grütters, stellvertretender Hauptgeschäftsführer und Leiter des Standorts Emscher-Lippe der IHK Nord Westfalen. Das belegen auch die Umfrageergebnisse. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen schätzt die aktuelle Geschäftslage als gut ein. Nur eine kleine Minderheit von sechs Prozent ist unzufrieden. Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt damit nur unwesentlich unter dem Hoch des Vorjahres.
„Das zehnte Wachstumsjahr in Folge“, hält auch Michael Hottinger, stellvertretender Geschäftsführer der S-Private Banking GmbH, für wahrscheinlich. Diese bemerkenswert lange Aufschwung-Phase setzt sich trotz einiger Wachstumsdämpfer fort: „Insbesondere der Aufbau neuer Handelsschranken streut derzeit Sand ins Getriebe der Weltwirtschaft“, betonte Michael Hottinger. Mit etwas Sorge schaut auch Christian Streege, Volkswirt der IHK, auf die internationale Entwicklung – insbesondere in Großbritannien: „Nach der Ablehnung des EU-Austrittsabkommens durch das britische Unterhaus wird die Gefahr eines ungeregelten Brexits immer größer. Das ist schlecht für die Wirtschaft in unserer Region, die enge Handelsbeziehungen mit Großbritannien hat.“
Dennoch: Das raue Klima auf den internationalen Märkten beunruhigt weit weniger Betriebe als noch im Herbst 2018. Mehr als zwei Drittel erwarten gleichbleibende Auslandsgeschäfte. 18 Prozent gehen sogar davon aus, ihren Auslandsabsatz steigern zu können. Der Saldo nähert sich mit sechs Punkten dem Höchstwert des letzten Jahreswechsels. Dafür sprechen auch volle Auftragsbücher – vor allem im Maschinen- und Anlagenbau.
Auch beim Blick auf die Geschäftsaussichten überwiegen positive Erwartungen. Mit besseren Geschäften rechnen mehr als 20 Prozent der Unternehmen. Das ist einer der besten Werte der letzten Jahre. Allerdings hat auch die Skepsis zugenommen. Zwar erwartet nur jedes sechste Unternehmen schlechtere Geschäfte, noch vor einem Jahr war es lediglich jedes zehnte. „Zunehmend besorgt zeigen sich die Unternehmen über steigende Arbeitskosten und wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen“, so Dr. Jochen Grütters. Als größtes Konjunkturrisiko wird aber weiterhin der Fachkräftemangel gesehen.
Die insgesamt positive Grundstimmung erfasst auch die Investitionsneigung. Mehr als jedes dritte befragte Unternehmen möchte seine Inlandsinvestitionen steigern. Der Saldo bleibt mit 19 Punkten auf hohem Niveau. Damit sind die Unternehmen in Emscher-Lippe investitionsfreudiger als andere Teile des Ruhrgebietes.
Die Einstellungsbereitschaft bleibt mit elf Saldopunkten weit im positiven Bereich. Die große Mehrheit der Betriebe möchte den Beschäftigungsstand konstant halten oder sogar weitere Mitarbeiter einstellen. Nur jeder fünfte Betrieb denkt daran, die Zahl der Beschäftigten zu reduzieren. Diese Ergebnisse decken sich mit den Daten des IAB (Institut für Arbeitsmarktforschung), das in diesem Jahr mit einem Beschäftigungsaufbau von weiteren 4.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Emscher-Lippe-Region rechnet. Diese positive Entwicklung hat auch einen Haken: „Der Fachkräftemangel wird sich in vielen Bereichen dadurch weiter verschärfen“, erwartet Dr. Grütters.
Zweimal im Jahr gibt die S-Private Banking Gelsenkirchen GmbH, eine hundertprozentige Tochter der Sparkasse Gelsenkirchen, gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen den ELIX heraus, ein regionales Konjunktur- und Stimmungsbarometer für die Emscher-Lippe-Region. Datengrundlage ist eine Befragung der IHK Nord Westfalen von rund 150 repräsentativ ausgewählten Mitgliedsunternehmen zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zu ihren Zukunftserwartungen. Die Daten des ELIX zeigen nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ermöglichen auch eine Darstellung der langfristigen Trends.