23. Februar 2017, 10:53 Uhr | Sparkasse Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 23. Februar 2017, 10:53 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
v. l. n. r.: Herr Hottinger, Herr Cordt, Herr Schnepper. Bildrechte: Sparkasse Gelsenkirchen
In der Emscher-Lippe-Region sehen die Unternehmer nach einem kleinen „Durchhänger“ im vergangenen Herbst die Wirtschaftslage wieder deutlich positiver. Der Stimmungsumschwung zum Besseren, der in diesem Wirtschaftsraum um sich greift, treibt den Emscher-Lippe-Index (ELIX) auf den höchsten Stand seit sechs Jahren – mit nunmehr 116 Punkten.
„Die Unternehmen der Emscher-Lippe-Region blicken zuversichtlich ins neue Jahr, auch wenn die Wirtschaft in der zweiten Hälfte des vergangenen Jahres etwas verhaltener expandiert hat“, sagte Claus Cordt, Geschäftsführer der Sparkassen-Vermögensmanagement Gelsenkirchen GmbH (SVM), die den ELIX in Kooperation mit der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen herausgibt. Ähnlich äußerte sich auch Peter Schnepper, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen: „Die Stimmung der Unternehmen zwischen Emscher und Lippe hat einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht, liegt aber noch unter dem überregionalen Konjunkturklimaindikator für das Ruhrgebiet.“ Insgesamt bleibt das Lageurteil der heimischen Unternehmen positiv; nur sieben Prozent der Betriebe sind nicht zufrieden mit ihrer aktuellen Situation.
Binnennachfrage bleibt treibende Kraft
„Die positive Stimmung der Unternehmen stützt sich weiterhin auf die gute Binnennachfrage“, so Michael Hottinger, stv. Geschäftsführer der SVM. „Die Konsumbereitschaft ist vor dem Hintergrund der niedrigen Zinsen und der gestiegenen Realeinkommen immer noch hoch“, fügte der Konjunkturexperte der SVM hinzu. Und so steigt der Anteil der Konjunkturoptimisten unter den Unternehmern, die Pessimisten werden weniger. Fast neun von zehn Unternehmen erwarten, dass die Konjunktur so weiter laufen wird wie bisher (71 Prozent gleichbleibend) oder noch zulegt (18 Prozent Verbesserung).
Auch wenn die Sorge um die Binnennachfrage nachgelassen hat (auf den niedrigsten Wert seit Erhebung der Daten ab 2010), so rücken andere Konjunkturrisiken in den Blickpunkt. „Vor allem der Fachkräftemangel tritt als mögliche Konjunkturbremse immer stärker in den Vordergrund“, betonte Peter Schnepper. Und diese Nachricht ist nicht neu: Seit 2015/16 weisen die Betriebe als eines ihrer Hauptprobleme auf die fehlenden Fachkräfte hin – mit dem höchsten Wert seit Erhebung der Daten ab 2010. Zusammen mit den hohen Arbeitskosten und der Wirtschaftspolitik steht das fehlende Fachpersonal an der Spitze der genannten Konjunkturrisiken.
„Aus dem außenwirtschaftlichen Umfeld empfängt die heimische Wirtschaft nach wie vor keine konjunkturellen Impulse“, so Michael Hottinger. Schon seit einigen Jahren müssen Rückgänge bei den Auslandsumsätzen bewältigt werden – das gilt auch für 2016 mit minus fünf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die Exporterwartungen bleiben deswegen gedämpft.
Gestiegene Investitionsbereitschaft und stabile Beschäftigung
Aufgrund der guten Stimmung in der Wirtschaft zwischen Emscher und Lippe sind die Investitionsabsichten für das Inland positiv: 30 Prozent der Betriebe planen höhere Ausgaben für Anlagen und Bauten. „Das ist eine wirklich gute Nachricht“, so Claus Cordt. Auch für Investitionen im Ausland besteht eine höhere Investitionsbereitschaft: Ein Drittel der auslandsaktiven Unternehmen wollen dort mehr Mittel aufwenden.
Die Lage auf dem Arbeitsmarkt kann als stabil bezeichnet werden: Zur Jahresmitte 2016 konnte die Emscher-Lippe-Region ein kleines Plus bei der Entwicklung der Arbeitsplätze verbuchen: plus 0,6 % auf insgesamt 269.000 Beschäftigte (sozialversicherungspflichtig). Mehrheitlich wollen die Betriebe 2017 den Personalbestand halten. Fast jeder fünfte Betrieb will die Belegschaft sogar aufstocken. „Aber auch jeder fünfte Betrieb plant Personal abzubauen“, warnte Peter Schnepper. So dürfte die Erwerbstätigkeit ihre flache Aufwärtsbewegung in den nächsten Monaten beibehalten. Damit bestätige die Umfrage die Einschätzung der Arbeitsagenturen, die für 2017 ein – wenn auch geringeres - Beschäftigungsplus in Nord-Westfalen prognostizierten.
Über den ELIX
Zweimal im Jahr gibt die SVM gemeinsam mit der IHK Nord Westfalen den ELIX heraus, ein regionales Konjunktur- und Stimmungsbarometer für die Emscher-Lippe-Region. Datengrundlage ist eine Befragung der IHK Nord Westfalen von rund 150 repräsentativ ausgewählten Mitgliedsunternehmen zur momentanen wirtschaftlichen Lage und zu ihren Zukunftserwartungen. Die Daten des ELIX´ geben nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ermöglichen auch eine Darstellung der langfristigen Trends.