06. April 2016, 17:33 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 06. April 2016, 17:33 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
Rede von Oberbürgermeister
Frank Baranowski
- Es gilt das gesprochene Wort –
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
Ihnen allen ein ganz herzliches Willkommen in Gelsenkirchen im Hans-Sachs-Haus! Ich freue mich sehr, Sie heute bei uns begrüßen zu können, zu einer gemeinsamen Veranstaltung zweier Landesministerien – und das an einem Ort, der viel mit den Themen beider Ministerien zu tun hat, mit Wirtschaft wie Stadtentwicklung!
Denn der Schauplatz des heutigen eCommerce-Tages, das Hans-Sachs-Haus, war und ist tatsächlich ein wichtiges Element unserer Strategie, die Gelsenkirchener City zu stärken. Und dazu gibt eine durchaus dramatische Geschichte: Vor etwas mehr als zehn Jahren stellte sich heraus, dass das Gebäude aus den 1920er-Jahren komplett sanierungsbedürftig war. Viele forderten den Abriss. Wir haben uns aber dafür entschieden, hinter den alten Fassaden das Haus wieder neu zu errichten. Warum? Weil wir diese Architektur-Ikone erhalten wollten und natürlich auch diese städtebauliche Marke. Weil wir in unserer Innenstadt ein Haus haben wollten, in dem mehrere hundert Menschen arbeiten. Und weil wir einen attraktiven, zentralen Raum für Stadtpolitik wie auch für öffentliche Veranstaltungen wollten. Mit Förderung des Landes war das schließlich möglich, seit zweieinhalb Jahren haben wir unser Hans-Sachs-Haus wieder – und ich bin froh, dass wir diese Lösung gefunden haben!
Das Hans-Sachs-Haus, das wird Ihnen vielleicht aufgefallen sein, liegt am Ende einer innenstädtischen Achse. Diese Achse beginnt beim Gelsenkirchener Hauptbahnhof, sie führt durch eine Fußgängerzone, die Bahnhofstraße. Wenn Sie am Hinweg da durchgekommen sind, dann starten Sie mit frischem Anschauungsmaterial. Dann Sie haben eine nicht untypische Fußgängerzone für eine westdeutsche Stadt erlebt, eine Einkaufsstraße von inhabergeführten Geschäften wie von Filialen, inzwischen fast ohne Leerstand. Was jedoch aber nicht immer so war. Die Bahnhofstraße ist eine Einkaufsstraße, um die wir in der Vergangenheit kämpfen mussten – und für die wir immer noch kämpfen!
Dabei haben wir es mit echten Gegenkräften zu tun, schon vor der Digitalisierung war das so. Auch wir in Gelsenkirchen hatten über die Jahre immer wieder Anfragen von Shopping-Mall-Anbietern, manche Nachbarstadt hat dieser Versuchung nachgegeben – und im dichten Städtesystem des Ruhrgebiets macht sich so etwas bemerkbar. Zumal die Zentren in dieser Region aus historischen Gründen nicht so robust sind wie in den Städten, die über Jahrhunderte gewachsen sind. Hinzu kommt, dass wir in Gelsenkirchen gleich zwei Innenstädte haben, die Gelsenkirchener City und die Innenstadt in Buer, 10 Kilometer nördlich. Auch das macht unsere Aufgabe komplex.
Und trotzdem steht für uns außer Frage: Wir wollen in Gelsenkirchen vitale Zentren, wir wollen Kristallisationspunkte städtischen Lebens. Wir wollen Urbanität. Und darum ist das Thema des heutigen Tages auch von großer Relevanz für uns. Denn genauso klar ist: Es gibt keine vitalen Zentren ohne einen starken Einzelhandel. Wir wollen und müssen den Einzelhandel unterstützen, damit er das Zentrum stärkt!
Die Herausforderungen für den örtlichen Einzelhandel sind bekannt. Wir erleben gerade einen spannenden Übergang, der auch eine Chance darstellen kann. Der Einzelhandel der Zukunft – auch der inhabergeführte Einzelhandel – muss sich der Digitalisierung stellen, er braucht eine Verknüpfung in die digitale Welt. Er muss in ihr sichtbar sein. Wie diese Verbindung aussehen kann, vielleicht aussehen muss, das ist die große Frage. Und darum ist es gut, dass Sie heute mit Ihrer Expertise mit dabei sind, Ideen und Antwortvorschläge vorzustellen und auszutauschen. Ich wünsche Ihnen und uns allen einen erkenntnisreichen, lebhaften Nachmittag!
Glück auf!