02. Februar 2015, 11:32 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2013
In den USA ist die Geschichte der Hatfields und der McCoys so bekannt wie bei uns die der Montagues und Capulets, aus deren Familien Romeo und Julia, das berühmteste Liebespaar der Weltliteratur stammten. Beide Parteien waren sich spinnefeind. Mit dem Shakespeare-Drama hat die Fehde der beiden Clans durchaus viele Parallelen, nur ist die eine Geschichte fiktiv und die andere eine durchaus reale Episode aus der Geschichte der USA im ausgehenden 19. Jahrhundert. Es sind fast schon nichtige Anlässe die die beiden Sturköpfe Floyd Hatfield und Randolph McCoy zu erbitterten Feinden werden lassen: Meinungsverschiedenheiten während des Bürgerkriegs sowie ein geklautes Schwein führen zu Gerichtsverfahren, Handgreiflichkeiten und schließlich zu Mord und Totschlag. Und die Familien der beiden Patriarchen mischen kräftig mit. Zwischen 1881 und 1892 fordert das Gemetzel der verbohrten Sippschaften schließlich über ein Dutzend Tote.
Produzent und Hauptdarsteller Kevin Costner und Regisseur Kevin Reynolds („Robin Hood – König der Diebe“) haben das blutige Geschehen in einem packenden Fernseh-Dreiteiler minutiös und faktengetreu rekonstruiert und verzichten darauf – anders als in einem Western sonst üblich – die Guten von den Bösen sorgfältig zu unterscheiden. Auch schwelgt der Film nicht in atemberaubenden Landschaftsaufnahmen oder in Lagerfeuerromantik, sondern vertraut in der kargen, fast archaischen Welt im Grenzgebiet zwischen West Virginia und Kentucky ganz der Wucht und Dramatik seiner Handlung, die eindrücklich dokumentiert, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugen und kaum zur Lösung von Konflikten dienen kann.
Übrigens: Offiziell haben sich die Familien erst über 100 Jahre später im Jahr 2003 ausgesöhnt.
DVD-FILM HAT
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