02. Mai 2009, 17:39 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2009
Als die 60jährige Helen ihrer krebskranken Freundin Nicola für die Zeit einer Krebstherapie ihr Gästezimmer überlässt, ist sie sich zunächst überhaupt nicht bewusst darüber, welche Veränderungen der Umgang mit einem schwerstkranken Menschen mit sich bringt.
Helen, selber eingebunden in familiäre Strukturen, sieht sich plötzlich der sehr individualistischen todkranken Freundin gegenüber, die von einer obskuren Therapie nicht lassen will und die fest an den Sieg über den Krebs glaubt, auch dann noch, als der Kampf aussichtslos ist und ihr nur noch eine kurze Lebensphase bleibt.
Die Situation ist sowohl für die schwerstkranke Nicola als auch für Helen mehr als einmal unerträglich, Wut und Aggression brechen sich Bahn. Doch immer wieder auch verbindet die beiden Frauen gemeinsam Erlebtes, freundschaftliche Gespräche, Nähe und Vertrautheit, Ehrlichkeit und eine Leichtigkeit im Umgang miteinander.
Der Leser, die Leserin erlebt die Zerbrechlichkeit einer Freundschaft angesichts der unglaublichen Belastung durch die Krankheit und den bevorstehenden Tod.
Ein Buch voll Wärme und Menschlichkeit, gleichzeitig tröstlich und von einer wunderbaren Leichtigkeit.
Eine außergewöhnlich bewegende Aufforderung, sich auch mit dem eigenen Lebensende auseinanderzusetzen.
Vera Piontek-Krebber
ZB GAR
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