01. Januar 2012, 00:00 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2011
Kaum eine Person des öffentlichen Lebens in Deutschland hat in den letzten Jahrzehnten so sehr polarisiert, wie die Galionsfigur der deutschen Frauenbewegung und Verlegerin der Zeitschrift Emma.
Neben zahlreichen anderen Titeln - erwähnt sei hier das Buch der Frauenbewegung: „Der kleine Unterschied und seine großen Folgen", hat Alice Schwarzer nun ihre Lebenserinnerungen publiziert, einen sehr lesenswerten Rückblick auf sechzig Jahre bundesrepublikanische und französische Geschichte, auch vor dem Hintergrund der Entwicklung der jeweiligen Frauenbewegungen.
Schwarzer, in den Fünfziger und Sechziger Jahren eine junge und unkonventionelle Frau, die mit Humor und Selbstironie ihren Weg geht, sich durchschlägt und frei strampelt, in Deutschland und Frankreich gleichermaßen zu Hause ist.
Stoff für einen Folgeband - dieses Buch endet etwas unvermittelt irgendwo knapp nach der Jahrtausendwende - böte das facettenreiche Leben dieser ungewöhnlichen Frau allemal, auch wenn sie einen manchmal (s. Fall Kachelmann und Bildzeitung, zahlreiche Talkshow-Auftritte) ratlos zurück lässt.
Schwarzer schreibt engagiert und mitunter auch mit humorvoller Distanz zur eigenen Lebensgeschichte und niemals verbissen. Dies ist umso erstaunlicher vor dem Hintergrund unterschiedlichster Kampagnen gegen ihre Person.
Auf den Folgeband darf man schon jetzt gespannt sein!
Vera Piontek-Krebber
ERLEBNISSE SCHWAR
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