01. April 2013, 00:00 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2012
Gus Dury ermittelt in seinem zweiten Fall. Kaum zu glauben, hat er doch schon den ersten nur knapp überlebt. Das lag weniger daran, dass er so gefährliche Gegner hatte, er ist einfach hochgradiger Alkoholiker.
Man könnte ja sagen, er trinkt um sein Leben, aber meistens tut er genau das Gegenteil. Er betrachtet Saufen als legitime Art, sich umzubringen. Das will ihm nur deshalb nicht so einfach gelingen, weil er trotz aller Wut, allem Suff und Hoffnungslosigkeit das Herz auf dem rechten Fleck hat. Und genau das bringt ihn in Schwierigkeiten.
Als er einem Hund zu Hilfe kommen will, der von Jugendlichen gequält wird, stolpert er wortwörtlich über eine Leiche. Als wäre das nicht übel genug, handelt es sich dabei um einen stadtbekannten Gauner und sowohl Polizei als auch Unterweltgrößen halten Gus für einen Mordverdächtigen.
Wer sich Tony Blacks Bücher durchliest, der fragt sich schnell, in welch dunklen Ecken der Autor sich so aufhält. An Edinburgh lässt er so ziemlich kein gutes Haar.
Dazu kommt eine äußerst finstere Grundstimmung und die Hauptfigur tut ihr Übriges. Heile Welt kann man da vergessen.
Lichtblicke sind Gus Exfrau und seine dünn gesäten Freunde. Immerhin, auf die kann er sich verlassen.
Trotzdem scheint es kaum glaubhaft, dass jemand, der so weit runtergekommen ist wie Dury, überhaupt noch klare Gedanken fassen kann. Seine Aggressionen und die Prügel, die er von allen Seiten bezieht, tun ihr Übriges. Man zuckt an manchen Stellen unwillkürlich zusammen, so schlimm ergeht es ihm.
Immerhin, der zweite Kriminalfall gefiel mir besser als das erste Buch und ich werde die Reihe doch weiterlesen. Schließlich gab es für Gus mal bessere Zeiten und ganz ab und zu lässt Tony Black so etwas wie Hoffnung für Dury aufblitzen.
Ich würde es ihm wünschen.
Iris Jockschat
Krimi Bla, eBib
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