13. November 2009, 16:43 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
2009
Es gibt viele legendäre Schallplatten- oder CD-Aufnahmen, dazu gehören Einspielungen der Mozart-Sinfonien unter Karl Böhm, Arien gesungen von Enrico Caruso, Maria Callas oder Luciano Pavarotti oder auch Karajans Interpretation der Beethoven-Sinfonien. Doch ein regelrechtes Jahrhundert-Werk ist der Philharmonia Hungarica unter ihrem Dirigenten Antal Dorati gelungen. Alle 104 Sinfonien des Komponisten Joseph Haydn wurden in den 80-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts aufgenommen, und zwar in unserer Nachbarstadt Marl. Dort hatte das Orchester, das 1956 von ungarischen Musikern gegründet wurde, die beim Einrücken sowjetischer Truppen ihr Heimatland verlassen hatten, ein Domizil gefunden. Schon die Schallplattenveröffentlichung der Haydn-Sinfonien vor über zwanzig Jahren wurde ein Welterfolg, jetzt ist die komplette Wiedergabe des sinfonischen Werks auch auf 33 CDs erschienen.
Dass „Papa" Haydn, ein Zeitgenosse des jungen Genies Wolfgang Amadeus Mozart, keineswegs ein harmloser, betulicher Musikus war, sondern ein innovativer, flotter und auch witziger Tonsetzer im Dienste das Fürsten Esterházy, beweist diese grandiose Aufnahme. Das Booklet ist leider etwas spärlich ausgefallen und beschränkt sich auf die reine Aufzählung der Sinfonien und der Satzfolgen. Doch diese Gesamtaufnahme ist für jeden Haydn-Freund ein wahres Muss, und es macht viel Spaß, den Sinfonien mit den drolligen Bezeichnungen wie „Das Huhn", „Der Schulmeister", „Die Uhr" oder „Mit dem Paukenschlag" zu lauschen.
Klaus Scheibe
STH 7 HAY
Zentralbibliothek