01. September 2014, 10:43 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
Enthält: La Straniera (Die Fremde).
Oper in 2 Akten
David Parry (Dirigent)/Patrizia Ciofi (Sopran), Mark Stone (Bariton), Dario Schmunck (Tenor), Enkelejda Shkosa (Mezzosopran)/London Philharmonic Orchestra
Kurzbiographie:
Bellini stammt aus einer Musikerfamilie; er studierte am Konservatorium in Neapel, wo seine erste Oper „Adelson e Salvini“ 1825 mit großem Erfolg aufgeführt wurde. Die Oper „Bianca e Fernando“ (1826) öffnete ihm den Weg an die Mailänder Scala. Seit 1833 lebte er in Paris, wo er u. a. Chopin und Rossini kennen lernte. Seine Opern, v. a. „La sonnambula“ (1831; „Die Nachtwandlerin“), „Norma“ (1831) und „I Puritani“ (1835; „Die Puritaner“) beherrschten mit denen Rossinis und Gaetano Donizettis mehr als zwei Jahrzehnte das Opernrepertoire. Eine enge Zusammenarbeit verband ihn mit dem Librettisten Felice Romani. Bellini bereicherte die Oper um neuartige, subjektive Ausdrucksformen. Sein lyrisch-dramatischer Stil, der noch Verdi und Wagner beeinflusste, wird zum Mittel der Darstellung leidenschaftlicher und gegensätzlicher Stimmungen, wobei die unmittelbare Beziehung der Musik auf den Text eine bedeutende Rolle spielt. (Brockhaus Musik)
CD-Information:
Hier hat Felice Romani, der Librettist zahlreicher starker Opern, einmal ein äußerst schwaches, ja fast groteskes Textbuch geschrieben, das nachzuerzählen sinnlos ist. Und doch sind die Szenen und Worte so eng mit Bellinis herrlichen Melodien verbunden, dass die Unterlegung eines anderen Textes vermutlich zu keinem Ergebnis führen würde. Man höre, wenn „La Straniera“ gespielt wird, nur auf den Gesang, dessen unendlicher Wohlklang sich in lyrischen Ergüssen, aber auch dramatischen Steigerungen ergeht, die tief bewegen können, auch wenn die Vorgänge auf der Bühne wie in einer Pantomime nur zu erraten sind. Die Handlung spielt in der Bretagne, es könnte aber genauso gut irgendwo anders sein. Von den Sängern wird, wie immer bei Bellini, sehr viel verlangt. Die Premire fand in Mailand am 14. Februar 1829 statt, es sangen einige von Italiens damals größten Sängern: Giuditta Grisi, Rubini, Tamburini. Alle drei legendäre Gestalten des Belcanto-Zeitalters. „La Straniera“ ist ein seltener Gast der heutigen Bühnen geblieben, was jedoch nur dem Text, nicht der Musik zuzuschreiben ist. (Pahlen Opernlexikon, München 1995).
Der Erfolg, den die Oper bei der Uraufführung 1829 an der Mailänder Scala erzielte und der das spektakuläre Erscheinen von "Il Pirata" noch übertraf, sollte einige Jahrzehnte andauern, dann verschwand das Werk wie viele Repräsentanten des romantischen Belcanto in der Versenkung. Auch wenn es nach dem 2. Weltkrieg zu vereinzelten Aufführungen vor allem in Bellinis Geburtsstadt Catania kam, so kann "La straniera" nicht im Entferntesten an den Bekanntheitsgrad von "Norma", "La Sonnambula" und "I Puritani" heranreichen. Auch der diskografische Befund unterstreicht den Status einer Rarität: neben einigen eher obskuren Livemitschnitten existierte bislang lediglich eine einzige offizielle Aufnahme. (br-online)
Rezension:
„Die vertrackte mittelalterliche Tragödie wirkt heute bühnenfeindlich – aber als Belcanto-Werk überzeugt Bellinis vierte Oper durchaus. Mit Patrizia Ciofi und Dario Schmunck gut besetzt, dazu edel verpackt, ist die Londoner Produktion unter David Parry etwas für echte Liebhaber.“ (kultur Spiegel)
STD 50 BEL (2 CD)
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