14. Januar 2011, 14:20 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
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„Ruhr 2010" und „Mord am Hellweg" waren die Highlights des vergangenen Jahres auch in der Stadtbibliothek. In beide Veranstaltungsreihen haben sich die Bibliotheksmitarbeiter mit unterschiedlichen Aktivitäten eingebracht. In der Medienausleihe hat die Bibliothek allerdings ihr Vorjahresergebnis knapp verpasst: Mit 1.407.117 Verbuchungen lag sie etwa 5 Prozent unter dem Resultat von 2009. Für den leichten Rückgang gibt es viele Gründe, wie zum Beispiel die Anpassung der Öffnungszeiten an vergleichbare Einrichtungen in anderen Städten. So ist die Bibliothek mit ihren Stadtteilbibliotheken jetzt 170 statt vorher 201 Stunden in der Woche geöffnet. Aber auch die Wetterbedingungen in den vergangenen Wochen haben Auswirkungen gezeigt.
Trotzdem zählt die Stadtbibliothek noch über 13.280 Leserinnen und Leser, von denen fast 5.300 unter 18 Jahren sind. Die fleißigsten Benutzerinnen der Bibliothek sind Mädchen und Frauen, die 62 Prozent der „Kundschaft" ausmachen. Bedenklich ist der Abfall der männlichen Leserschaft ab dem 13. Lebensjahr, die damit auf die Bildungspotenziale, die die Bibliothek vermitteln kann, verzichtet.
Die Bibliothek verfügt heute über 253.815 Medien, davon sind 178.032 Bücher. Und obwohl Büchern eine rosige Zukunft vermehrt abgesprochen wird, sind sie mit etwa 30 Prozent der Ausleihen immer noch die Zugpferde jeder Bibliothek, obwohl sie mit einer vier-Wochen-Ausleihfrist längst nicht so rasant umgesetzt werden können wie z. B. CDs oder DVDs (eine Woche Ausleihfrist), die in der Skala die nächsten Plätze belegen.
In den letzten Jahren sind aber vor allem Hörbücher zu großen Ausleihrennern geworden. Danach kommen Spielfilme und Musiktonträger. Bei den Büchern liegen Romane vorn, danach folgen Sachgruppen wie Pädagogik, Spiel- und Bastelbücher und auch Jugendsachbücher liegen gut im Rennen.
Wenn heute über die Bibliothek als öffentlicher Raum diskutiert wird, der für alle Bevölkerungsgruppen möglichst mit attraktiven Öffnungszeiten präsent sein sollte, wird oft übersehen, dass man noch vor einem Jahrzehnt alle Dienstleistungen der Bibliothek „vor Ort" einfordern musste. Heute können die Benutzer über das Internet ihre Reservierungswünsche eingeben, die Fristen der ausgeliehenen Medien verlängern, Bestellungen in der Fernleihe eintragen, Katalogauskünfte einholen und Recherchen vornehmen ohne die Bibliothek zu betreten. Und noch im Laufe des Jahres wird jeder Besitzer eines Bibliotheksausweises in der Lage sein, Medien wie Filme, Zeitungen aber auch Bücher elektronisch auf seinen eigenen PC herunterzuladen. Von den etwas über eine halbe Million Besuchern der Gelsenkirchener Stadtbibliothek (512.389) waren fast ein Drittel nämlich 163.478 via Internet in der Bibliothek - und das 24 Stunden am Tag, samstags und sonntags eingeschlossen. Im Jahr 2000 waren es gerade mal vier Prozent.