30. April 2015, 17:28 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Liebe Gelsenkirchenerinnen, liebe Gelsenkirchener!
Von Zeit zu Zeit ist es einfach richtig und wichtig, öffentlich Position zu beziehen. Wenn wir uns Solidarität in der Arbeitswelt wünschen, dann hilft es, dass tausende Andere das genauso artikulieren. Und absolut notwendig und unverzichtbar wird eine Gegen-Kundgebung, wenn Nazi-Aufmärsche angekündigt sind. Denn Nazis will ich in unserer Stadt nun wirklich nicht sehen – und Sie sicher auch nicht.
Dieser Tage erleben wir ein altes Muster: Rechtsextreme hängen sich an einen positiven Tag, an den Maifeiertag. An den Tag, an dem nicht gearbeitet wird, weil wir dann auf den Wert und die Würde der Arbeit hinweisen. Dabei geht es den Rechten auch am 1. Mai nicht um Würde, sondern wie stets nur darum, mit menschenverachtenden Parolen zu provozieren.
Das wollen und können wir in unserer Stadt nicht so stehenlassen. Schließlich haben wir in Gelsenkirchen keinerlei Toleranz für Rassismus und für diejenigen, die gegen Toleranz hetzen. Und darum ist es immer wieder nötig wie jetzt auch in Rotthausen, dass wir als Stadtgesellschaft diesen Leuten sehr klar machen, dass sie in unserer Stadt absolut unerwünscht sind!
Es ist dreist und unerträglich, dass sich Neo-Nazis bei uns auf die Straße trauen. Dass sie das aber gerade jetzt tun, liegt möglicherweise auch daran, dass es im vergangenen halben Jahr immer wieder Versammlungen gab, die sie als öffentliche Unterstützung gewertet haben – jene Kundgebungen der selbst ernannten Retter des Abendlandes gegen Flüchtlinge und den Islam in Sachsen etwa.
Ich will nicht, dass sich ein solches Klima in unserem Land ausbreitet, und erst recht darf es sich nicht bei uns im Ruhrgebiet ausbreiten. Und auch wenn ich mir sicher bin, dass bei uns die Zahl der lebensfrohen und anständigen Menschen weitaus größer ist als die der verbiesterten und engstirnigen: Wir müssen auf diese Signale reagieren und ihnen deutlich begegnen. Am besten tun wir das, in dem wir der Hetze Menschlichkeit entgegensetzen und dem Starrsinn Offenheit – gerne auch mit einer bunten Party, die Spaß macht, wie das Konzert gegen Rechts auf dem Neumarkt.
Das Engagement gegen Rechtsextreme passt sehr gut zum Maifeiertag, zum Tag der Arbeit. Denn der Respekt vor anderen, vor ihrer geleisteten Arbeit und ihren Anstrengungen, der trägt sehr zum Zusammenhalt unserer Gesellschaft bei. Und in einer respektvollen und intakten Gesellschaft finden rechte Wirrköpfe nur wenige Anhänger.
Also: Es gibt in diesen Tagen mehrere Möglichkeiten, für ein gutes Zusammenleben einzustehen – ich würde mich freuen, wenn Sie mit dabei sind!
Ihr
Frank Baranowski