26. Januar 2012, 14:26 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
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Auch nach 100 Jahren hat die Stadtbibliothek an Attraktivität nichts eingebüßt - im Gegenteil. Das zeigt die Bilanz der Service-Resultate des vergangenen Jahres. So übertraf die Stadtbibliothek mit 1.444.055 Ausleihen ihr Vorjahresergebnis wieder um fast 3 Prozent. Mit 257.340 Medieneinheiten verfügt sie zurzeit über ein stattliches und attraktives Angebot. Zwei neue Dienstleistungen hat die Stadtbibliothek im vergangenen Jahr ihren Benutzern und Gästen vorstellen können. Im Juni hat das neue MedienMobil den aus Umweltgründen stillgelegten Bücherbus ersetzt. Seitdem verzeichnete das Mobil bereits über 27.000 Ausleihen.
Auch in Fahrt gekommen ist die Ausleihe von elektronischen Medien wie (Hör-)Bücher, Zeitungen, Zeitschriften oder Filme, die zu Hause heruntergeladen und genutzt werden können. 12.473 mal klickten die Bibliothekskunden auf den Downloadknopf am heimischen Computer. Das bedeutet aber auch, dass die Zahl der virtuellen Benutzer ständig zunimmt. Ziemlich genau eine halbe Million Besucher (498.123) zählte die Bibliothek, davon griffen inzwischen über ein Drittel auf die Dienstleistungen im Internet zu (168.075), unabhängig von Ort, Wochentag oder Uhrzeit. Das Hörbuch am Abend, die Zeitung am Morgen, der Film am Sonntag und vieles mehr sind heute jederzeit über die Bibliothek abrufbar.
Immer noch liegen Bücher bei den Ausleihzahlen in der Publikumsgunst an erster Stelle (466.126). Sie liefern sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit CDs (455.498), danach kommen Spielfilm-DVDs mit 207.488 Ausleihen. Romane für Erwachsene sind wie in den vergangenen Jahren der beliebteste Lesestoff, aber auch Jugendsachbücher (61.230 Ausleihen) und Erzählungen für Kinder von 6 bis 9 Jahren (47.756) strafen die Kulturpessimisten Lügen, die der Jugend Desinteresse am geschriebenen Wort vorwerfen.
Dass die Stadtbibliothek heute zu Recht zum Referat „Außerschulische Bildung" gehört, unterstreicht sie nicht nur mit dem neuen MedienMobil, das hauptsächlich Grundschulen und Kitas als Haltestellen ausgesucht hat, sondern auch mit der hohen Akzeptanz, die sie bei Pädagoginnen und Pädagogen genießt. Allein 534 Bibliotheksausweise besitzt dieser Personenkreis, der unter anderem den Medienservice EDMOND nutzt, mit dem Filme für den Unterricht heruntergeladen werden können.
Ferner hat die Stadtbibliothek in 216 Führungen Schulklassen vor Ort über den richtigen Umgang mit der Bibliothek und ihre Angebote informiert, in 290 Veranstaltungen und Projekten vorwiegend für Kinder und Jugendliche hat sie den Schwerpunkt auf das Thema Leseförderung und Medienkompetenz gelegt. Außerdem ziehen die verschiedenen Publikumsabteilungen im Bildungszentrum und in den Stadtteilbibliotheken Buer, Horst und Erle fast jeden Nachmittag Dutzende von Schülerinnen und Schüler an, die in den Bibliotheksräumen gemeinsam Hausaufgaben machen oder Nachhilfeunterricht geben, unterstützt von schülerrelevanter und besonders gekennzeichneter Literatur. Und natürlich ist bei den Sachgruppen die Pädagogik eine der umsatzstärksten.
Bibliotheken brauchen heute nicht pessimistisch in die Zukunft zu schauen, mit der verstärkten Ausleihe von virtuellen Medien, der sogenannten „Onleihe", erschließt sie sich neue, junge Zielgruppen, die die vielfältigen Angebote im Zeitalter von Smartphone und Tabletcomputer zunehmend zu schätzen wissen.