19. November 2012, 12:10 Uhr | Stadtbibliothek Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 19. November 2012, 12:10 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
Wer in den nächsten Tagen oder Wochen Karten für die Aufführung der Kurt-Weill-Oper „Street Scene“ im Musiktheater besitzt, kann sich schon jetzt auf den Besuch musikalisch einstimmen. Im umfangreichen Musikbestand der Stadtbibliothek findet sich natürlich auch eine Aufnahme des selten gespielten Bühnenwerks.
Insgesamt weist die Bibliotheksstatistik über 24.000 Compact-Discs in den Publikumsabteilungen aus. Neben den populären Sparten Rock und Pop, Jazz und Folklore ist vor allem die Klassik von der Bühnen- über die Konzertmusik, von der Gesangs- über die Instrumentalmusik, von mittelalterlicher zu zeitgenössischer Musik mit einer großen Bandbreite vertreten. Die Fülle der Opern-CDs bildet jedoch einen Schwerpunkt im Klassik-Angebot der Bibliothek. Neben den Werken der großen Opern-Komponisten wie Mozart, Rossini, Verdi, Wagner oder Puccini, dürfte von Adolph Adam bis Alexander von Zemlinsky fast die gesamte Opernliteratur akustisch in der Bibliothek vorhanden sein. Auch Seltenes oder sogar Kurioses kann der Hörer aufstöbern. Wer weiß schon, dass Georges Bizet nicht nur der feurigen Spanierin „Carmen“ sondern auch dem schrecklichen russischen Zaren „Ivan IV.“ eine Oper gewidmet hat? Und die „Feuersbrunst oder das abgebrannte Haus“ war ein Stoff, aus dem Joseph Haydn gleich zwei Akte lang Funken zu schlagen wusste. So bietet die Bibliothek zurzeit über 600 Operntitel in ihrem Bestand an.
In diesem Jahr schaut die Stadtbibliothek auf eine fünfzigjährige Tradition in Sachen Musik zurück. 1962 wurde innerhalb der damaligen Stadtbücherei eine spezielle Musikabteilung gegründet. Zunächst in Räumen im alten Sparkassen-Haus und anschließend in der Gertrud-Bäumer-Realschule untergebracht, hat sie in den folgenden Jahren eine zunehmende Bedeutung erlangt, so dass in den sechziger Jahren sogar ein gelernter Musikbibliothekar die Gesamtleitung der Stadtbibliothek übernahm. In der Folgezeit hat die Bibliothek in Nordrhein-Westfalen bei der Aufteilung von Sammelschwerpunkten für einzelne Bibliotheken das Gebiet „Noten für Zupfinstrumente“, also für Gitarre, Laute, Zither, Harfe, Banjo und sogar für die Balalaika übernommen. Noch heute dürfte dieser Spezialnotenbestand in Gelsenkirchen eine Spitzenstellung innerhalb der Bibliotheken Nordrhein-Westfalens einnehmen. Fast fünfzig Jahre betreute Rita Reichel-Finke, die jetzige Vorsitzende des Fördervereins der Bibliothek, den Musikalienbereich. Vorrangiges Ziel war es stets, mit Schul- und Lehrbüchern, Noten und AV-Medien die musikalische Erziehung, Aus- und Weiterbildung von Kindern und Erwachsenen zu fördern und zu unterstützen. Inzwischen kommt die Stadtbibliothek auf die stattliche Anzahl von etwa 8.000 Notenbänden in ihrem Besitz, darunter etliche Gesamtausgaben bedeutender Komponisten. Aber auch viele Werke zur Musikgeschichte, zur Instrumentenkunde, ferner auch Biographien von Bach und Händel bis zu Mick Jagger und Beth Ditto kann der Musikliebhaber in ihren Regalen entdecken.
Freunde jeglicher Musikrichtungen finden in der Bibliothek neben der Buch- und Zeitschriftenliteratur ein nahezu unerschöpfliches Hörreservoir der E- und U-Musik. Um Kurt Weill noch einmal zu bemühen, der noch mit vielen anderen Werken in der Musikabteilung im Bildungszentrum vertreten ist, ist die Benutzung der Bibliothek nicht ganz so kostengünstig wie seine „Dreigroschenoper“ es vielleicht suggerieren mag, aber einen „Kuhhandel“ geht man mit einem Benutzerausweis in dieser Institution ganz bestimmt nicht ein.
Anmerkung: Der Katalog der Bibliothek, der auch alle Komponisten und Titel verzeichnet, kann unter www.stadtbibliothek-ge.de eingesehen werden.