27. November 2008, 09:41 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Sehr geehrter Minister Uhlenberg,
sehr geehrter Herr Brunsmeier,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
ich heiße Sie herzlich willkommen in Gelsenkirchen und freue mich sehr, dass heute Fachleute und Entscheider aus Politik und Verwaltung gemeinsam über eines der wichtigsten Themen unserer Zeit sprechen: den Klimawandel. Auch wenn dieses Problem in letzter Zeit angesichts der globalen Finanzkrise etwas aus dem Fokus geraten ist, müssen wir doch auf allen Ebenen weiter an Lösungen arbeiten.
Ganz im Geiste des Agenda-21-Prozesses sollten wir auch hier „global denken und lokal handeln“. Denn was heißt Klimawandel eigentlich für eine Kommune? Mit welchen Folgen haben wir zu rechnen und welche Vorsorge können wir alle treffen?
Als Oberbürgermeister dieser Stadt sehe ich das Problem Klimawandel von zwei Seiten: Einerseits müssen wir alle gemeinsam dafür sorgen, dass die weltweite Erwärmung gestoppt wird, indem unter anderem der CO-2-Ausstoß drastisch reduziert wird.
Hier gibt es zahlreiche Handlungsmöglichkeiten, von denen viele noch nicht annähernd ausgeschöpft sind.
Auf der anderen Seite müssen wir uns jedoch auch darauf einstellen, dass manche Folge der Klimaerwärmung nicht mehr abzuwenden ist. Denken wir nur an die zunehmende Zahl von Starkregenereignissen, die die Kanalsysteme vieler Städte auf eine harte Probe stellen. Dazu kommt, dass in Deutschland noch immer täglich riesige Flächen versiegelt werden und so das Versickern des Regenwassers zusätzlich erschwert wird. Das könnte anders, besser gehen. Wie, das werden Sie heute im Verlauf des Tages noch näher erfahren. Immer mit einem Blick darauf, was kommunal auch umsetzbar ist.
Gelsenkirchen vollzieht einen sichtbaren Wandel
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
was den Umgang mit Energie angeht, steht die Stadt Gelsenkirchen in einer stolzen Tradition. Denn Energie, das ist unsere Vergangenheit und Energie wird auch unsere Zukunft sein. Gelsenkirchen vollzieht einen sichtbaren Wandel. 1999 schloss die letzte Kokerei, zum Januar 2009 endet mit dem Bergwerk Lippe die Kohleförderung. Moderne Energietechnik bleibt jedoch Markenzeichen der Stadt. Der Aufbau von Fertigungskapazitäten im Bereich erneuerbarer Energien und eine wachsende Zahl spektakulärer Demonstrationsprojekte markieren heute Gelsenkirchens Weg zur Solarstadt.
Im Jahr 2008 hat die Solarstadt Gelsenkirchen dabei einen weiteren Energieschub erfahren. Gleich vier große Solarkraftwerke sind neu ans Netz gegangen. In den letzten zwei Jahren hat sich die Stromerzeugung aus Photovoltaik in Gelsenkirchen verdreifacht und liegt nun bei rund 3 Millionen Kilowattstunden im Jahr. Das reicht jetzt schon für den Jahresbedarf von über 800 Drei-Personen-Haushalten und für den ersten Platz unter den Revierkommunen. Auch der Solarproduktionsstandort Gelsenkirchen wächst weiter. So hat die Firma Vaillant in diesem Jahr eine neue Produktionsanlage für Solarkollektoren eröffnet. Insgesamt sind jetzt schon gut 1.000 Menschen in Gelsenkirchen in der und durch die Solarbranche beschäftigt.
Sie sehen also, dass sich Umweltschutz auch finanziell lohnen kann. Für jeden einzelnen Bürger ebenso wie für die gesamte Stadtverwaltung. Seit Juli 2003 läuft deshalb bei uns das Projekt „Energiesparen in der Gelsenkirchener Verwaltung“. Mit gutem Erfolg, weshalb Rat und Verwaltung gemeinsam beschlossen haben, das ursprünglich bis 2008 befristete Projekt bis 2013 weiterzuführen. Motiviert hat uns dabei sicherlich auch, dass Gelsenkirchen erst vor wenigen Wochen mit dem „European Energy Award“ ausgezeichnet worden ist. Damit wird uns bescheinigt, dass wir dort Energie einsparen, wo es geht und sie dort, wo es sein muss, rational verwenden.
Dies sind nur ein paar wenige Beispiele aus Gelsenkirchen. Viele weitere so genannte Best-Practice-Projekte lernen Sie heute sicherlich noch kennen und so hoffe ich, dass wir alle auch weiterhin die nötige Energie aufbringen, um gemeinsam etwas für unser Klima zu tun. Dabei wünsche ich uns allen viel Erfolg!
Glück auf!