30. April 2010, 15:20 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Sehr geehrte Frau Stempel,
heute fällt mir eine recht ungewöhnliche Aufgabe zu. Normalerweise spreche ich zu Beginn einer Veranstaltung. Heute haben wir bewusst das Ende der Einweihungsfeier gewählt, denn mit dem heutigen Tage schließen wir gleichsam ein Projekt ab.
Jeder Weg, auf den man sich begibt, hat einen Anfang und ein Ende. Dazwischen gibt es, je nach Länge des Weges, unterschiedlich viele Stationen. Die Stadt Gelsenkirchen hat sich vor nunmehr sieben Jahren auf den Weg gemacht, an allen Grundschulen der Stadt den Offenen Ganztag einzuführen. Was Ende 2004 begann und in der Folgezeit mit der Bildung der Stabsstelle OGS einen wichtigen Impuls erhielt, findet hier und heute mit der Einweihung des Offenen Ganztags an der Gemeinschaftsgrundschule an der Wanner Straße zunächst ein Ende. Denn zumindest die baulichen und organisatorischen Grundlagen für den Offenen Ganztag sind ab heute flächendeckend gelegt. Die inhaltlich-pädagogische Weiterentwicklung bleibt dagegen freilich eine Daueraufgabe des Kommunalen Bildungsbüros der Stadt Gelsenkirchen, das eng mit dem OGS-Trägernetzwerk zusammenarbeitet.
Zum Gelingen haben neben den Beteiligten in den Schulen - sei es die Schulleitung, das Kollegium, die Mitarbeiterinnen des Kooperationspartners, das Sekretariat oder der Schulhauswart - auch eine Vielzahl von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Verwaltung beigetragen. Sie alle dürfen am Ende dieses Abschnitts zu Recht stolz auf das Erreichte zurückblicken. Denn hier wurde über die Grenzen der verschiedenen Fachdisziplinen hinaus gedacht und gearbeitet.
Positive Bilanz nach sechs Jahren
Seit 2004 verfolgen wir drei Ziele: Wir wollen erstens die Qualität von Bildung verbessern. Dazu gehört, dass wir die Kinder individueller fördern. Zweitens sollen auch die Eltern von der verlässlichen Betreuung profitieren. Sie bekommen damit Familie und Beruf besser unter einen Hut. Und schließlich ist es uns auch ein Anliegen, alle Ganztagsangebote aus einer Hand und vor allem unter dem einen Dach der Schule anzubieten.
Die Bilanz nach sechs Jahren liest sich gut. Wir haben in Gelsenkirchen an allen Grund- und Förderschulen die Offene Ganztagsschule eingeführt. Täglich gehen rund 2.400 Kinder in 100 gut ausgestattete OGS-Gruppen. Wir haben vier kompetente Kooperationspartner, die mit verschiedenen Schwerpunkten engagiert in den Schulen arbeiten. Schule und Jugendhilfe sind damit ein ganzes Stück näher zusammengerückt. Für dieses Projekt haben der Bund und die Stadt Gelsenkirchen insgesamt etwa 13 Millionen Euro an über 40 Schulstandorten investiert.
Meine Damen und Herren,
den letzten Meilenstein auf dem Weg zum flächendeckenden Ganztag können wir heute bewundern. An der Wanner Straße hat die Stadt Gelsenkirchen rund 380.000 Euro in die Hand genommen. Im Hauptgebäude wurden zwei Räume im Erdgeschoss als Gruppenräume umgestaltet. Gleichzeitig haben wir das gesamte Schulgebäude saniert. Im Anschluss wurde ein separates Gebäude auf der Rückseite errichtet. Darin wurden ein Essbereich, eine Küche, ein Betreuerbüro, ein WC und diverse Nebenräume untergebracht.
Wenngleich die Gemeinschaftsgrundschule Wanner Straße im Schuljahr 2007/2008 zunächst mit nur einer Übergangsgruppe von 23 Kindern im ehemaligen Kinoraum im Kellergeschoss gestartet ist, haben Schule und Schulträger an dem Konzept einer zweigruppigen Einrichtung festgehalten. Dabei wurden sie unterstützt von ihrem Kooperationspartner, der Arbeiterwohlfahrt.
Eltern werden immer mehr Teil des Schullebens
Der engagierten Arbeit von OGS-Team und Kollegium ist es auch zu verdanken, dass sich die Grundschule seit dem Schuljahr 2008/2009 auf den Weg gemacht hat, Modellschule zu werden. Ziel des von der RAA Gelsenkirchen unterstützten Projektes ist die Entwicklung und Umsetzung eines neuen Sprachlernmodells. Hier fließen die Erfahrungen ein, die die Pädagogen mit den Gelsenkirchener Sprachcamps gemacht haben. Außerdem treibt die Schule die Entwicklung eines Netzwerkes voran und öffnet sich auch weiter in Richtung Stadtteil. Dazu gehört auch, dass die Eltern immer mehr Teil des Schullebens werden. Elterncafé, Elternschule, gemeinsames Kochen für Eltern: Die Möglichkeiten sind vielfältig und werden immer besser genutzt.
Meine Damen und Herren,
liebe Schulgemeinde,
ich freue mich mit Ihnen über die neuen Räume für den Ganztagsunterricht, die in der Tat neue Räume öffnen für die Arbeit der Pädagoginnen und Pädagogen. Sie alle wissen, wie wichtig Bildung heute ist.
Ich sage es gerne und oft: Die Zukunft unserer Stadt geht jeden Tag durch die Türen unserer Kindergärten und Schulen. Hier an der Wanner Straße stehen diese Türen weit offen. Dahinter erwarten die Schülerinnen und Schüler attraktive Räumlichkeiten. Auf dieser Basis macht Lernen so richtig Spaß.
In diesem Sinne wünsche ich Kollegium, Schüler- und Elternschaft viel Vergnügen in den neuen Räumlichkeiten. Für die Fortentwicklung des Offenen Ganztags wünsche ich Ihnen darüber hinaus viel Erfolg sowie allzeit ein herzliches Glückauf!