18. März 2011, 14:27 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Sehr geehrte Frau Ministerin,
sehr geehrter Herr Dr. Scholle,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
herzlich willkommen in Gelsenkirchen. Herzlich willkommen in der Stadt der UN-Weltdekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“. Ich sage das mit einigem Stolz, denn immerhin sind wir die einzige Stadt in der Metropole Ruhr, die diesen Titel führen darf. Dass wir nun, sozusagen als Sahnehäubchen obendrauf, Modellkommune für das Projekt „Qualitätssicherung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sind, bestätigt uns zusätzlich darin, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist.
Nicht von ungefähr treffen wir uns heute in der Zentrale der Gelsenwasser AG. Keine Schule, kein öffentliches Gebäude, sondern ein Haus der Wirtschaft ist es, in dem wir den nächsten Schritt auf dem Weg zu mehr Bildung für nachhaltige Entwicklung gehen wollen. Die Gelsenwasser AG hat sich in diesem Bereich schon engagiert, als es dafür noch gar keinen eigenen Namen gab. Mit vielfältigen Ideen, wie zum Beispiel dem Generationenprojekt fördert das Unternehmen neben dem Zusammenhalt von Alt und Jung auch die Schülerinnen und Schüler in ihrer Entwicklung. Dafür, und dafür dass wir heute hier zu Gast sein dürfen, danke ich Ihnen herzlich, lieber Herr Dr. Scholle.
Die Bildung für Nachhaltige Entwicklung, kurz BNE, ist also nicht erst seit der zweifachen Auszeichnung als UN-Dekadenstadt ein wichtiges Thema für Gelsenkirchen.Seit vor über zwölf Jahren der Agenda 21-Prozess in Gelsenkirchen mit einem einstimmigen Ratsbeschluss gestartet wurde, ist die Partizipation der Bürgerinnen und Bürger, unterschiedlichster Organisationen und Verbände sowie der Kirchen und der Wirtschaft ein wesentlicher Baustein. Auf diese Weise ist in den vergangenen Jahren nach und nach von unten ein Netzwerk ganz unterschiedlicher Akteure gewachsen.
Das Thema Bildung hat innerhalb der Agenda 21 von Beginn an einen hohen Stellenwert. Die Arbeitskreise „Schule“ und „Kinder“ widmen sich dem Thema direkt. Weitere Arbeitskreise haben ihre Projekte und Aktivitäten thematisch an Bildung für nachhaltige Entwicklung ausgerichtet. Mit ganz unterschiedlichen Ergebnissen, die zum Teil ebenfalls ausgezeichnet worden sind. Bisher wurden sechs Bildungsprojekte der Agenda 21 durch die UN als offizielle Dekadenprojekte gewürdigt. Dazu gehören beispielsweise das Umwelt-Diplom, die Bildungsoffensive Hassel und die Gelsenkirchener Färbergärten.
Verzicht bedeutet Verarmung der Bildung
Die Qualität dieser Erfolge wollen wir nun sichern und gleichzeitig weiter ausbauen. Dafür bedarf es der genauen Analyse. Denn vieles, was im Dienste der Persönlichkeitsbildung steht, ist einfach nicht messbar, nicht überprüfbar. Wegen des Messens bzw. des Nicht-Messen-Könnens auf solche Initiativen zu verzichten, liefe jedoch auf eine Verarmung der Bildung hinaus. Nicht immer geht es nämlich um Quantität. Bei Bildung für nachhaltige Entwicklung geht es vielmehr um Qualität, die man gleichwohl benennen und bewerten kann. Wie das funktionieren kann, das werden wir als Modellkommune künftig herauszufinden versuchen.
Meine Damen und Herren,
im November 2009 hat die Stadt Gelsenkirchen zur ersten Gelsenkirchener Bildungskonferenz eingeladen. Mit dieser Veranstaltung haben wir die Akteurinnen und Akteure miteinander vernetzt. Wir haben uns darüber verständigt, wie wir das Ziel erreichen können, Kindern und Jugendlichen in Gelsenkirchen beste Bildungschancen und Zukunftsperspektiven zu ermöglichen. Denn die Zukunft unserer Stadt geht jeden Tag durch die Türen unserer Kindergärten und Schulen. Deshalb müssen wir diese Türen weit öffnen und dahinter muss es Angebote geben, mit deren Hilfe Kinder und Jugendliche es schaffen, genug Bildung zu erhalten, um sich nachhaltig entwickeln zu können. Denn die Frage, welche Zukunftsperspektiven ein junger Mensch hat, darf weder über den Geldbeutel der Eltern noch über die eigene soziale Herkunft beantwortet werden.
In wenigen Wochen treffen wir uns zur zweiten Gelsenkirchener Bildungskonferenz. Bei dieser Gelegenheit wird es speziell um das Thema Inklusion gehen, also die Frage gemeinsamer Erziehung und gemeinsamen Schulbesuchs von Kindern mit und Kindern ohne Behinderung – in Kindertageseinrichtungen, in Grundschulenund in weiterführenden Schulen. Auch das ist ein wichtiger Punkt auf dem Weg hin zu mehr Bildungs- und damit auch Chancengerechtigkeit.
Sie sehen: Viel ist bereits geschehen. Vieles gibt es noch zu tun. Insofern wünsche ich dem Modellprojekt „Qualitätssicherung in der Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ein gutes Gelingen und den beteiligten Akteurinnen und Akteuren auch weiterhin viel Erfolg.
Glück auf!