15. April 2011, 13:58 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
seit knapp einem Jahrzehnt steht das Hans-Sachs-Haus im Herzen unserer Stadt leer. Zehn Jahre, in denen dieses so geschichtsträchtige Haus von vielen Passantinnen und Passanten links liegen gelassen worden ist. Leider, muss man sagen, denn seit seiner Einweihung im Jahre 1927 war dieses Haus mehr als nur ein Verwaltungssitz. Wer einen Hauch vom Flair und der Atmosphäre des Hans-Sachs-Hauses dieser Jahre nachempfinden möchte, dem empfehle ich einen Ausflug ins Internet. Auf der Homepage finden Sie unter dem Titel „gestern trifft heute“ einen ersten kleinen Film über das Hans-Sachs-Haus, der den Bogen von den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts ins Jahr 2011 spannt. Weitere Filme folgen in den kommenden Monaten. Sie sollen mit zur Vorfreude auf das Haus beitragen, das wir Anfang kommenden Jahres eröffnen werden.
Moment mal, werden Sie jetzt vielleicht sagen, sollte die Fertigstellung nicht schon Ende 2010 sein? Ja, bis zum Wintereinbruch im vergangenen Jahr haben wir so geplant. Doch, Sie erinnern sich sicherlich noch lebhaft, haben die eiskalten Wochen im Dezember und Januar vieles unmöglich gemacht. Und so wie der Verkehr schon mal ins Stocken geriet, schlingerten auch die Bauarbeiter auf teilweise eisglatten Etagen. Durch den harten Winter verzögert sich die Fertigstellung, doch angesichts eines Jahrzehnts spielen diese wenigen Wochen aus meiner Sicht nur eine untergeordnete Rolle. Zumal die Nachbarinnen und Nachbarn des Neuen Hans-Sachs-Hauses sicherlich wenig von diesen Unterbrechungen gemerkt haben werden.
Wer derzeit in der Nähe der Baustelle wohnt, bekommt den Eindruck, dass hier fieberhaft und rund um die Uhr gebaut wird. Insofern danke ich den (heute leider aus Sicherheitsgründen nicht anwesend sein können) Nachbarinnen und Nachbarn heute ausdrücklich für ihr Verständnis und ihre Geduld. Ich kann Ihnen versichern, dass wir auch weiterhin daran arbeiten, so schnell wie möglich fertig zu werden.
Schnell wieder lebendige Mitte der Stadt sein
Auf das Neue Hans-Sachs-Haus sind nämlich nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadt Gelsenkirchen gespannt, die künftig hier arbeiten werden. Das Gebäude wird dabei mehr sein als nur ein x-beliebiges Rathaus, ein Verwaltungssitz. Es soll schnell wieder lebendige Mitte der Stadt sein. Es werden die Bürgerinnen und Bürger sein, die dieses Haus dann wieder mit Leben füllen werden, wie sie es in seiner gesamten Geschichte hindurch getan haben. Es soll ein Ort des politischen Austausches, Verwaltungssitz, Veranstaltungszentrum, kultureller Magnet und damit ein Anziehungspunkt für alle Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchener werden.
Mit dem Bürgerforum, dem Atrium, dem Café, dem BÜRGERcenter, der Kommunalen Galerie und anderen Ausstellungsräumen wird es schnell wieder zu einem Ort werden, an dem Menschen zusammenkommen. Da bin ich mir ganz sicher. Mindestens genauso wie auf die belebende soziale Funktion freue ich mich schon auf die herausragende städtebauliche Rolle des Gebäudes. Hier hat der Architekt Alfred Fischer vor rund 84 Jahren etwas geschaffen, das bis heute Bestand hat. Nur wenige architektonische Leistungen schaffen es bis ins Lexikon der Weltarchitektur. Das Hans-Sachs-Haus hat dieses Kunststück gemeistert und der Neubau des Architekturbüros gmp greift deshalb bewusst den Geist der klassischen Moderne wieder auf und führt ihn zeitgemäß weiter.
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
das Gebäude, in dem wir uns heute befinden, wirkte lange Zeit wie ein Greis, der von einem Korsett auf den Beinen gehalten werden musste. Diese Stützen sind nun verschwunden und damit wird auch nach außen deutlich, dass wir kurz vor der Fertigstellung dieses für Gelsenkirchen so bedeutenden Projektes stehen. Ein Richtfest, das traditionell dann gefeiert wird, wenn der Rohbau steht und das Dach aufgerichtet worden ist, markiert dabei so etwas wie die Halbzeit. Wobei die dicksten Brocken, und damit meine ich unter anderem den vergangenen Winter, beiseite geräumt sind. Nun geht es auf die Zielgerade. Mit dem heutigen kleinen Fest möchten wir dies auch unter Beteiligung der Handwerker feiern. Früher war das Essen während des Richtfestes gar Teil der Bezahlung. Doch soweit wollen wir diesmal nicht gehen…
Ich wünsche allen am Bau Beteiligten auch weiterhin viel Erfolg und einen reibungslosen Fortgang der Arbeiten sowie allzeit ein herzliches Glückauf!