12. November 2012, 15:19 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
- Es gilt das gesprochene Wort -
Meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Gäste, ja, ich darf sagen: liebe Freunde aus Olsztyn,
einige wenige Stunden fehlen noch, dann jährt sich zum 20. Mal jener Tag im November 1992, an dem eine schon lange bestehende Beziehung endlich offiziell wurde. Dann jährt sich zum 20. Mal der Tag, an dem Vertreter unserer beiden Städte mit ihrer Unterschrift auch die formale Partnerschaft zwischen Olsztyn und Gelsenkirchen besiegelt haben.
Das ist ein guter Anlass zum Feiern. Und zwar nicht nur einmal, sondern gleich mehrfach: Erst vor wenigen Wochen war eine Gelsenkirchener Delegation in Polen und hat die Gastfreundschaft unserer Partnerstadt genossen und an einem Festakt in Schloss Olsztyn teilgenommen. Heute nun freue ich mich, Sie, liebe Gäste, liebe Freunde aus Olsztyn, hier in Gelsenkirchen im Schloss Berge zu begrüßen. Seien Sie herzlich willkommen in unserer Stadt!
Wir feiern heute gewissermaßen in den Geburtstag hinein, und das in einem eher überschaubaren, kleinen Kreis von Menschen. Es sind durchweg Menschen anwesend, die einen wertvollen Beitrag zu dieser Partnerschaft leisten und geleistet haben. Das wird einerseits den Verdiensten der hier versammelten Personen gerecht – und ist andererseits doch auch ein bisschen paradox.
Denn eine gute Städtepartnerschaft wie jene zwischen Olsztyn und Gelsenkirchen, die lebt ja gerade davon, dass sie sich nicht auf einen kleinen Kreis beschränkt, sondern dass sie möglichst viele Menschen beteiligt. Dass sie Begegnungen von Europäern unterschiedlicher Herkunft ermöglicht – und zwar eben nicht nur der politischen und ökonomischen Eliten, sondern aller interessierten Bürgerinnen und Bürger.
Dass sie Menschen zueinander führt, die vielleicht etliche hundert Kilometer voneinander entfernt leben und eine andere Muttersprache erlernt haben – die aber auf diesem Kontinent miteinander leben und eine gemeinsame Geschichte teilen.
Menschen kulturell bereichern
Die Veranstaltungen, die im Rahmen dieser Städtepartnerschaft durchgeführt werden, sollen Menschen kulturell bereichern. Sie sollen Freude stiften und persönliche Freundschaften ermöglichen. Dahinter aber steht – auch wenn es im Alltag nicht gesagt wird und nicht gesagt werden muss – die Tatsache, dass die Städtepartnerschaften ein wichtiges Element im großen europäischen Friedensprojekt sind.
Dieses Friedensprojekt ist eine enorme Errungenschaft, daran hat uns erst kürzlich die Entscheidung des Osloer Nobelpreiskomitees erinnert. Und es ist doch ein niemals abgeschlossener Prozess, den wir fortführen müssen.
Meine Damen und Herren,
die Partnerschaft zwischen Olsztyn und Gelsenkirchen ist eine besondere. Im Unterschied zu vielen anderen Städtepartnerschaften gibt es weit zurückreichende Verbindungen. Denken wir an die vielen Arbeiter aus Masuren, die in der Hochphase der Industrialisierung in unsere Stadt gekommen sind und die Gelsenkirchen mit aufgebaut haben. Noch heute begegnen Sie auf den Klingelschildern in unserer Stadt sehr vielen polnischen Namen – nicht nur auf meinem…
Olsztyn und Gelsenkirchen schreiben diese lange, gemeinsame Geschichte seit inzwischen 20 Jahren als Partnerstädte fort. Und da Vertreter beider Städte nun vor Kurzem in Olsztyn die hier neben mir ausgestellte Erklärung über eine weitere Zusammenarbeit unterzeichnet haben, bin ich zuversichtlich, dass wir dieser Geschichte noch einige schöne Kapitel anfügen können.
Lassen Sie uns diese Chance ergreifen – und sorgen wir gemeinsam dafür, dass das Interesse an dieser Partnerschaft nicht erlahmt!
Glück auf!