Märchen als Brücke für Menschen und Kulturen
Interkultureller Kongress der Europäischen Märchengesellschaft vom 29. September bis 3. Oktober im Musiktheater im Revier Gelsenkirchen
20. September 2010, 13:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Als die Ausrichter, das Gelsenkirchener Ehepaar Ursula und Heinz-Albert Heindrichs, 2007 ein Konzept für diesen Kongress entwarfen, ahnten sie nicht, dass das Kulturhauptstadtbüro ihren Plan, unter 2000 Einreichungen, zu einem Schwerpunkt seines Programms für „Ruhr 2010 Kulturhauptstadt Europas“ erklären würde. Das Thema des Kongresses trifft freilich genau das Anliegen der Region.
Im Ballungsraum Ruhrgebiet leben heute wie an keinem anderen Ort in Europa Menschen der verschiedensten Nationen zusammen. Mit dem Anspruch, Kulturhauptstadt Europas zu werden, ist der Region vor allem die Aufgabe zugefallen, dieses interkulturelle Potential in ein fruchtbares Miteinander zu überführen. Die Märchen bieten sich als eine elementare Basis zur Völkerverständigung deshalb an, weil sie unterhalb aller Kulturen und Ideologien eine gemeinsame Bildersprache haben, auf die sich alle Menschen verstehen. Das Kulturhauptstadtbüro der Metropole Ruhr hat der Brückenidee eine solche Bedeutung zugemessen, dass es, um den Kern des Kongresses, ein MärchenErzählFestival mit etwa 100 Veranstaltungen organisiert hat, das vom 1. September bis 15. Oktober Gelsenkirchen zur Erzählstadt der Region macht.
Der Kongress selbst wird am Mittwoch, 29. September um 16 Uhr, durch die Ehrenpräsidentin Dr. Ursula Heindrichs und mit Grußworten von Gelsenkirchens Oberbürgermeister Baranowski und dem Regierungspräsidenten Dr. Peter Paziorek, eröffnet.
Den Schwerpunkt bilden 15 Plenumsvorträge, welche vormittags im Großen Haus und nachmittags im Kleinen Haus des Musiktheaters stattfinden; eine Vertiefung erfahren sie an den Nachmittagen (donnerstags und samstags) durch 18 Arbeitsgemeinschaften. Namhafte und berühmte Märchenforscher, Ethnologen und Autoren aus dem In- und Ausland, unter ihnen Toshio Ozawa aus Tokio und Rafik Schami aus Damaskus, werden zum Thema referieren.
An den Abenden (donnerstags und freitags) gibt es an elf Orten der Stadt und durch mehr als 30 Erzählerinnen und Erzähler Märchen aus allen Erdteilen und Kulturen zu hören. Ein Vorprogramm beginnt schon am 27. September in Schulen und Bildungshäusern der Stadt; es ist, dem Thema gemäß, darauf ausgerichtet, die Märchen der Welt nicht nur zu erzählen, sondern sie mit Jugendlichen vergleichend zu betrachten und dabei die soziokulturellen Bedingungen vor Ort mit einzubeziehen.
Da der Kongress im nunmehr 50 Jahre alten ‚Musiktheater im Revier‘ stattfindet, einem der schönsten Theaterbauten in Europa, gibt es ein künstlerisches Beiprogramm, das ausschließlich von Künstlern bestritten wird, die in Gelsenkirchen leben und arbeiten. Zudem hat Generalintendant Michael Schulz seinen gesamten Spielzeitplan 2010/11 unter das Thema „Legenden“ gestellt. Mit ihren kulturellen und sozialen Einrichtungen ist so die ganze Stadt in das Thema involviert.
Alle Themen und Zeiten des großen Kongressprogramms sind auf der Internetseite der Europäischen Märchengesellschaft unter www.maerchengesellschaft.de zu finden. Ein ausführlicher Kongressführer enthält auf 60 Seiten die Statements zu allen Veranstaltungen; ihn erhält jeder Teilnehmer ab dem 29. September im Kongressbüro.