30. November 2010, 11:04 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. „Kreative Biografien“ setzen als Monatsthema einen Akzent im Dezember-Programm des Kommunalen Kinos (KoKi) Gelsenkirchen. Im Zentrum der Hauptreihe stehen reale Personen, denen sich versierte Regisseure anhand von vielschichtigen Filmporträts behutsam annähern. Dabei erzählen sie nicht nur packende, künstlerisch gestaltete Lebensgeschichten, sondern charakterisieren auch intelligent und treffend den jeweiligen historischen bzw. zeitgeschichtlichen Hintergrund. Die Reihe beginnt mit „Goethe!“ von Philipp Stölzl am Sonntag/Montag, 5./6. Dezember, im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6, GE-Buer) und Mittwoch, 8. Dezember, in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190). Es folgen „The Social Network“ von David Fincher am 14./15. Dezember und „Gainsbourg - Der Mann, der die Frauen liebte“ von Joann Sfar am 21./22. Dezember.
Außerdem stehen auf dem Spielplan „Veronika beschließt zu sterben“ von Emily Young in der Reihe „Literatur im Film“ am kommenden Dienstag, 7. Dezember, sowie „Somewhere“ von Sofia Coppola am 12./13. Dezember und „Ondine - Das Mädchen aus dem Meer“ von Neil Jordan am 19./20. Dezember als „Autorenfilme“.
Die Filme laufen sonntags, montags und dienstags im SCHAUBURG FILMPALAST (Horster Straße 6) und mittwochs in der Gesamtschule Ückendorf. Die Vorstellungen in Buer beginnen sonntags um 12:45 Uhr und werktags um 18 und 20:30 Uhr. Mittwochs hebt sich der Vorhang um 19:30 Uhr in Ückendorf. Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/innen erhalten Ermäßigungen.
In „Goethe!“ interpretiert Regisseur Philipp Stölzl Goethes frühe Jahre mit einer prominenten, äußerst spielfreudigen Besetzung auf erfrischende Weise. Erfrischend deshalb, weil er einerseits einen leichtfüßigen Inszenierungsstil pflegt, der ebenso emotionale wie humorvolle Momente kennt, andererseits durch die Vermischung von Fakten und Fiktion sein zentrales Thema dramaturgisch geschickt verdichtet: das leidenschaftlich Drängen eines Menschen nach Selbstentfaltung und Unabhängigkeit in einer zwischen Traditionen, Autoritäten und Zwängen gefangenen Gesellschaft. So entstand eine komplexe, wunderbar unverkrampfte Filmbiografie, die weit über konventionelle Genrevertreter hinausragt. Ausgezeichnet mit dem FBW-Prädikat „Besonders wertvoll“. — Der Film führt zunächst nach Straßburg im Jahre 1722. Der 22-jährige Jurastudent Johann Goethe (Alexander Fehling) will keinesfalls ein Leben im bürgerlichen Korsett führen. Ihn drängt es, sich als Dichter zu verwirklichen und dabei ganz neue Wege einzuschlagen. Mit Herzblut hat er das Drama „Götz von Berlichingen“ verfasst, das jedoch keinen Verleger findet. Weil Johann zudem mangels Engagement durch die Doktorprüfung fällt, muss er auf Anordnung seines erbosten Vaters (Henry Hübchen) eine Referendarstelle am Reichskammergericht der Provinzstadt Wetzlar antreten, wo er fortan für den strengen Gerichtsrat Albert Kestner (Moritz Bleibtreu) Aktenberge bearbeitet. Bei einem Ballbesuch lernt Johann die junge Lotte (Miriam Stein) kennen, die ihn sofort fasziniert. Die beiden verlieben sich unsterblich ineinander und träumen vom gemeinsamen Glück. Noch ahnen sie nicht, dass Lotte längst Kestner versprochen ist.
Emily Youngs „Veronika beschließt zu sterben“ nach dem populären Roman von Paulo Coelho ist ein berührendes, warmherziges Drama über eine deprimierte Frau, die neuen Lebensmut fasst und den Glauben an die Liebe wiedererlangt. „Eine sehenswerte Literaturadaption mit sorgfältig ausgearbeiteten Charakteren und einer angenehm unaufdringlich vermittelten positiven Botschaft.“ (BAZ) Offizieller Beitrag zum Filmfestival in Cannes 2009. — Veronika Deklava (Sarah Michelle Gellar) ist jung, schön und beruflich erfolgreich. Trotzdem spürt sie eine tiefe innere Leere - und fasst einen fatalen Entschluss: Sie will ihrer - wie sie meint - monotonen und leidenschaftslosen Existenz ein Ende setzen. Der Selbstmordversuch misslingt und Veronika erwacht in einer psychiatrischen Klinik. Dort eröffnet man ihr, dass sie durch die Medikamentenüberdosis einen unheilbaren Herzschaden erlitten hat, an dem sie schon bald sterben wird. Im Angesicht des Todes beginnt Veronika langsam zu entdecken, wie schön das Leben sein kann.