01. Dezember 2010, 11:35 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Große Bühne für das Ehrenamt: Die Initiative „für mich. für uns. für alle.“ hat im ARD- Hauptstadtstudio die nationalen Preisträger des Deutschen Bürgerpreises 2010 prämiert. Unter dem Motto „Retten, helfen, Chancen schenken“ wurden Menschen und Projekte ausgezeichnet, die sich in der Lebensrettung und -hilfe ehrenamtlich engagieren. Eine herausragende Rolle spielte dabei die Jugendfeuerwehr Gelsenkirchen-Ückendorf, die sich in der Kategorie U21 auf dem zweiten Rang platzieren konnte. Übergeben wurde der Preis von ZDF- und arte-Moderator Andreas Korn (Europamagazin „Yourope“) am Dienstag, 30. November 2010, in Berlin.
Die 10- bis 17-jährigen Nachwuchsfeuerwehrleute der Jugendfeuerwehr Gelsenkirchen-Ückendorf kümmern sich in ihrer Freizeit um die Bewohner des Caritas-Altenzentrums St. Anna. Dort erledigen sie Besorgungen für die Heimbewohner, gehen zur Post oder pflegen die Blumenkästen auf den Balkonen. Danach gehen sie mit den Heimbewohnern spazieren, spielen Karten und Brettspiele oder unterhalten sich mit ihnen. So leisten sie nicht nur konkrete Hilfe, sondern auch einen Beitrag zur Verständigung zwischen den Generationen.
Die Jugendfeuerwehr ist eine Organisation der Freiwilligen Feuerwehr, die Kinder für ihre Arbeit begeistern und so den Nachwuchs für die Feuerwehr sichern will. Neben der feuerwehrtechnischen Ausbildung bemühen sich die Betreuer auch, ihre Schützlinge für sozial verantwortliches Handeln zu sensibilisieren. Aus diesem Anspruch erwuchs die Idee, mit dem Seniorenheim zu kooperieren.
Für die Heimbewohner ist dieses Engagement ein großes Glück: Viele haben kaum noch soziale Kontakte außerhalb des Heims, für einige ist der Umgang mit den Jugendlichen sogar der einzige Berührungspunkt mit der Außenwelt. Andere können aufgrund körperlicher Gebrechen nicht mehr alleine spazieren gehen.
Das Projekt ist erfolgreich: Es melden sich immer vier bis fünf Freiwillige, obwohl sie schon einen Großteil ihrer Freizeit in die Ausbildung bei der Feuerwehr investieren. Vor ihrem ersten Einsatz werden die Jugendlichen für die neue Aufgabe fit gemacht. In einem zweitägigen Kurs lernen sie, was man im Umgang mit alten Leuten berücksichtigen muss und wie man einen Rollstuhl führt.
Der erste Preis in der Kategorie 21 ging an das Projekt „Rückenwind“ aus Kehl. Rund 50 Jugendliche engagieren sich hierbei als Konfliktmanager und helfen straffällig gewordenen Gleichaltrigen, eigene Fehler zu erkennen und ein neues Werteverständnis aufzubauen.
Der lokale Bürgerpreis für ehrenamtliches Engagement in Gelsenkirchen wird am Dienstag, 7. Dezember 2010, um 18 Uhr, im „stadtbauraum“an der Boniverstraße 30 übergeben.