14. Januar 2011, 11:34 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Sie feiern in diesem Jahr ein Jubiläum, das für jahrzehntelange Treue steht. Seit 25 Jahren – einige von Ihnen sogar seit 40 und ein Kollege gar seit 50 Jahren – stehen Sie in Diensten der Stadtverwaltung Gelsenkirchen. Ähnlich wie bei einer Silber-, Rubin- oder Goldhochzeit ist auch das Arbeitsjubiläum ein Anlass, um zurückzuschauen auf die Jahre, die man gemeinsam verbracht hat, auf schöne Stunden, aber auch auf Probleme, die man gemeinsam bewältigt hat. Und natürlich darauf, wie alles begann, auf den ersten Tag.
Denn an einem Tag wie heute richtet sich der Blick unwillkürlich auf die Anfänge. Haben Sie sich heute Morgen, als Sie an die Feier dachten, an Ihren ersten Arbeitstag erinnert? Haben Sie daran gedacht, wie fremd Sie sich fühlten zwischen lauter gestandenen Verwaltungsleuten, bei denen jeder Handgriff saß? Haben Sie zurückgeblickt auf die fremdartige Welt, in der Sie gelandet waren und in der sich manch einer vielleicht in den ersten Tagen gefühlt haben mag wie ein Außerirdischer, der einen fremden Planeten betritt?
Das alles ist lange her. Sie haben nunmehr bereits 25, 40 oder gar 50 Jahre für die Stadt Gelsenkirchen, für die Bürgerinnen und Bürger gearbeitet. Ich gratuliere Ihnen deshalb herzlich zu Ihrem Jubiläum und danke Ihnen für Ihre Dienste an unserem Gemeinwesen. Sie gehören zu den erfahrenen Kräften, auf die kein Unternehmen und keine Verwaltung der Welt verzichten kann und will. Denn wir brauchen Ihre Sachkenntnis, Ihren Überblick und Ihre Praxis. Ich freue mich darüber, dass ich auch künftig auf die tatkräftige Mitarbeit der meisten von Ihnen zählen kann. Denn wir haben gemeinsam ähnlich schwierige Aufgaben zu bewältigen wie ein junges Ehepaar: Wir müssen mit schmalem Budget möglichst viel erreichen.
Mir ist bewusst, dass das gerade für Sie als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine schwierige Situation ist: Der Gürtel sitzt schon seit Jahren eng, und trotzdem sollen wir weiter extrem sparsam wirtschaften. Viele Kolleginnen und Kollegen sind zudem persönlich betroffen, weil zum Beispiel ihre Beförderung aufgeschoben werden musste. Klar, dass das nicht gerade motivierend wirkt. Trotz der widrigen Umstände, und ich habe das bereits bei der vergangenen Personalversammlung gesagt, leisten Sie alle eine großartige Arbeit. Auch dafür möchte ich mich bei Ihnen herzlich bedanken.
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
je nach dem, wie man es betrachtet, kann das Glas aber auch halb voll sein. Wir in Gelsenkirchen haben uns nämlich trotz aller Sparbemühungen und -notwendigkeiten bewusst für unser Musiktheater entschieden. Hier arbeiten rund 250 Menschen auf und hinter der Bühne. Wir erhalten bewusst die Schwimmbäder in unserer Stadt, in denen knapp 100 Kolleginnen und Kollegen beschäftigt sind, und wir sind zu Recht stolz auf unsere ZOOM-Erlebniswelt, die nicht nur bei den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern äußerst beliebt ist, sondern auch Menschen aus dem Umkreis in unsere Stadt lockt. Und wir bilden ganz bewusst junge Menschen aus, weil das ihren Einstieg ins Berufleben ebnet. Derzeit machen 179 Nachwuchskräfte ihre Ausbildung bei der Stadt Gelsenkirchen. Andere Kommunen, wie zum Beispiel Oberhausen, dürfen das schon nicht mehr. Weil es die Finanzen nicht zulassen. Ich sage: Wir haben als Stadtverwaltung eine Verantwortung jungen Menschen gegenüber. Deshalb bilden wir bewusst auch weiterhin aus.
Stellen Sie sich doch mal vor, wir täten das nicht. Für viele von Ihnen hätte das vor 25, 40 oder 50 Jahren bedeutet, dass Sie keine Ausbildung bei der Stadt Gelsenkirchen hätten beginnen können. Das Berufsleben, auf das Sie heute zurückblicken, hätte ganz anders ausgesehen und vielleicht gar nichts mit öffentlicher Verwaltung zu tun gehabt.
Sie werden mir deshalb sicherlich Recht geben, wenn ich sage, dass Gelsenkirchen auch in Zukunft eine leistungsfähige Verwaltung braucht. Wenn etwas schief läuft, dann klopfen die Bürgerinnen und Bürger nämlich als erstes an die Rathaustüre. Von uns wollen sie Lösungen für tägliche Probleme. Die wollen wir Ihnen auch weiterhin geben – mit engagierten Auszubildenden, einer leistungsfähigen und motivierten Mannschaft sowie mit vielen erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.
Ihnen allen gratuliere ich herzlich zu Ihrem Jubiläum und wünsche Ihnen heute noch einen schönen Abend im Musiktheater im Revier sowie allzeit ein herzliches Glückauf!