21. Januar 2011, 10:38 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Fritz Bauer (1903-1968), wohl der profilierteste Staatsanwalt, den die Bundesrepublik je hatte, glaubte, dass „Unruhe die erste Bürgerpflicht“ sei und war davon überzeugt, dass der Bürger ein Widerstandsrecht gegen Willkürakte des Staates habe. Als hessischer Generalstaatsanwalt (1956-1968) war er der maßgebliche Initiator der Frankfurter Auschwitzprozesse. Eine wichtige Rolle spielte Bauer auch bei der Ergreifung Adolf Eichmanns. Während seiner Amtszeit in Frankfurt a. M. hat Bauer in Hessen als erstem Bundesland außerdem auch die Reform und Humanisierung des Strafvollzugs vorangetrieben. Durch sein vielfach provozierendes Auftreten und durch seine Härte gegenüber NS-Verbrechern wurde Bauer im restaurativen Klima der Adenauer-Ära zur „Provokation für den Zeitgeist“.
Mit Akribie hat die Regisseurin Ilona Ziok Archive durchforscht und wegweisende Statements des hessischen Generalstaatsanwalts ausgegraben. Kombiniert mit Aussagen von Zeitzeugen und ausgesuchten Werken klassischer und zeitgenössischer Komponisten entstand das spannende Portrait eines der bedeutendsten Juristen des 20. Jahrhunderts. Den 100-minütigen Dokumentarfilm „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ präsentiert der Kulturraum „die flora“ (Florastraße 26, GE-Altstadt) am Mittwoch, 2. Februar, um 19:30 Uhr. Der Eintritt beträgt 3,50 Euro, ermäßigt 3 Euro. Informationen Telefon 0209 169 – 9105 sowie www.die-flora-gelsenkirchen.de. Ausführliche Informationen zum Film unter www.fritz-bauer-film.de
Redaktionelle Anmerkung: Fotodatei (© CV Films) anbei.