31. Januar 2011, 11:23 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Am vergangenen Samstag haben sie ihre Ernennungsurkunden aus der Hand von Oberbürgermeister Frank Baranowski erhalten: die neuen Seniorenvertreterinnen / Nachbarschaftsstifter in Gelsenkirchen. Das Netz der bürgerschaftlich engagierten Seniorenvertreterinnen / Nachbarschaftsstifter in Gelsenkirchen wird damit immer dichter. Drei Viertel der insgesamt 40 über das gesamte Stadtgebiet verteilten so genannten REGE-Bezirke sind dann abgedeckt. (REGE steht für RegionalEntwicklung Gelsenkirchen). Neu hinzu kommen die Bezirke Schalke-Nord, Heßler, Ückendorf-West und Beckhausen-Ost.
Anne Masjosthusmann leitet das Projekt im Seniorennetz Gelsenkirchen und bereitet die Seniorenvertreterinnen/Nachbarschaftsstifter auf ihre Aufgaben vor. „Ich bin immer wieder begeistert, welchen Elan, neue Ideen und welch spannende Biografien die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einbringen.“ Da sind zum Beispiel Johanna Flüchter, Taner Cengiz Satir oder Vilma Groneberg. In Schalke- Nord möchte sich Johanna Flüchter für ein seniorengerechtes Wohnumfeld einsetzen und dafür die Wohnungsbaugesellschaften gewinnen. Die Rentnerin hat beim Verkehrsverein Gelsenkirchen gearbeitet und weiß, dass es in und um Gelsenkirchen viel zu entdecken gibt. Gern möchte sie Ausflüge für Seniorinnen und Senioren organisieren. Vilma Groneberg lebt zwar schon seit 34 Jahren im Haverkamp, ist gebürtige Brasilianerin und wurde über ein Frauenstudium zu bürgerschaftlichem Engagement angeregt. In Bismarck-Ost wird sie Franjo Barczyk unterstützen. Taner Cengiz Satir sorgt dafür, dass es künftig auch in Beckhausen-Ost eine Anlaufstelle für ältere Menschen gibt. Er stammt aus der Türkei, wohnt aber schon seit 35 Jahren in Beckhausen. Für die neue Aufgabe wurde er durch seine Familie ermuntert. Seine Schwester will mit der nächsten Qualifizierungsrunde ebenfalls in die ehrenamtliche Arbeit einsteigen.
Insgesamt haben sieben der bald über 50 Seniorenvertreterinnen/ Nachbarschaftsstifter irgendwann ihre Heimat verlassen, um nach Deutschland zu kommen. Längst haben sie in Gelsenkirchen tiefe Wurzeln geschlagen. So wie Hamit Sahin. Er kam 1972 aus der Türkei zum Studium der Geologie nach Deutschland. Der 60-Jährige weiß, dass viele ältere Migrantinnen und Migranten fürchten, sich nicht so gut in der deutschen Sprache ausdrücken zu können und deshalb Hemmungen haben, für ihre Anliegen Rat und Hilfe zu suchen. Auf Türkisch falle es ihnen leichter. Aber selbstverständlich ist er für alle Menschen da, die sich an ihn wenden. „Ich lebe nun seit 39 Jahren in Deutschland. Wir sind doch längst Teil der Gesellschaft“ stellt er klar. Gerade auch für die Jüngeren will er mit seinem Engagement ein Zeichen setzen, sich vor Ort einzubringen und die Stadt mit zu gestalten.