02. Februar 2011, 10:48 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Zukunft unserer Stadt wird entscheidend davon abhängen, ob es uns gelingt, die Bildung unserer Kinder zu verbessern. Bei diesen Bemühungen sind selbstverständlich die Eltern unsere wichtigsten Partner. Deshalb versuchen wir, insbesondere im Bereich der frühen Förderung, mit den Eltern zusammen, neue Wege zu gehen.
Als erste Großstadt haben wir die Hausbesuche bei Eltern mit einem erstgeborenen Kind eingeführt; wir haben die Gelsenkirchener Elternschule gegründet; wir bieten Seminare für Alleinerziehende an und wir haben erheblich in dem Bereich der Kindertagestätten investiert. Die Versorgungsquote der unter 3-jährigen konnte so mehr als verfünffacht werden und liegt inzwischen bei rund 20 Prozent.
Schwerpunkt des Konjunkturprogramms war in Gelsenkirchen die Sanierung von Schulen. Aber die Investition in Steine läuft ins Leere, wenn nicht damit auch klare inhaltliche Ziele verbunden sind. Ein besonders schönes Beispiel für die Erreichung dieser Ziele ist die heutige Veranstaltung. Immer wieder wird in der Fachöffentlichkeit das sogenannte „Übergangsmanagement“ zwischen Institutionen bemängelt. Also die Frage, wie der Übergang von der Kita in die Grundschule oder von der Grundschule in das weiterführende Schulsystem funktioniert.
Was die Zusammenarbeit von Elementar- und Primarbereich anbelangt, sind wir in Gelsenkirchen vorbildlich aufgestellt. Seit langem gibt es enge Kooperationsstrukturen zwischen den Kitas und den Grundschulen vor Ort, aber auch Kooperationsstrukturen zwischen der Schulaufsicht und der Betriebsleitung des Eigenbetriebs GeKita.
Immer wieder werden neue Modelle überlegt und gemeinsam abgesprochen. Als sehr erfolgreich sehe ich hier die Sprachförderung an, die im frühesten Kita-Alter beginnt und ihre Fortsetzung in der Grundschule über das Modell „Deutsch für den Schulstart“ erfährt.
In Gelsenkirchen reden wir nicht nur über Kooperationen, sondern wir setzen sie tatsächlich um - und sie sind uns auch etwas wert. So haben wir als Stadt die Finanzierung des Modells „Deutsch für den Schulstart“ übernommen.
Mancher mag sich angesichts der schwierigen Haushaltslage fragen, warum die Stadt Gelsenkirchen hier Geld in die Hand nimmt. Warum wird weiter so stark in Bildung, in die Betreuung von unter 3-Jährigen und in die Begleitung junger Familien investiert?
Ich möchte Ihnen dazu eine Zahl nennen, die schockiert, weil sie so eindeutig ist: Jedes Jahr werden in Gelsenkirchen rund 800 Babys in Hartz IV geboren – das sind erschreckende 40 Prozent aller Neugeborenen! Gerade für diese Kinder müssen wir alles erdenklich Mögliche tun, damit sie ihre Chance bekommen – und damit unsere Stadt zukunftsfähig bleibt!
Meine Damen und Herren,
ich bin der festen Überzeugung, dass man in den Schulen entweder bereits jetzt, sicher aber in der Zukunft, merken wird, dass wir die Kitas konsequent zu einer Erziehungs- und Bildungseinrichtung weiterentwickelt haben. Dass das so möglich war, liegt insbesondere an den engagierten Teams in den städtischen Kitas. Hierfür danke ich allen ganz herzlich.
Wir haben aber in den letzten Jahren festgestellt, dass neben der Sprache auch der mathematisch naturwissenschaftliche Bereich einer Konkretisierung bedarf. Deshalb haben wir einzelne Einrichtungen zu „Häusern der kleinen Forscher“ weiterentwickelt und das Forschermobil als „mobile Kita“ angeschafft. Wir wollen damit das Interesse von Kindern, Eltern aber auch Erzieherinnen und Erziehern wecken, sich diesem Aufgabengebiet zu widmen.
Der guten Tradition folgend sollte diese Aktivität nun nicht begrenzt werden auf den Elementarbereich, sondern seine Erweiterung auch im Primarbereich erfahren.
Die Schulaufsicht - und hier namentlich Frau Krause - brachte die Idee ein, über besondere Fördermaterialien in den Grundschulen einen Anreiz zu schaffen, sich dem Thema von einer neuen Seite zu nähern. Alle Grundschulen sollten hierbei die gleichen Ausgangsbedingungen haben – die Klassenkiste. Und in zwei Schulen gehen wir noch weiter: die Grundschulen an der Beckeradstraße und an der Franz-Bielefeld-Straße, sind künftig sogar „Schwerpunktschulen für den Sachunterricht“. An diesen Schulen soll erprobt werden, was möglich ist.
Mir war es eine besondere Freude, die Schulen für den Sachunterricht im naturwissenschaftlichen und technischen Bereich besser auszustatten in der Hoffnung, dass wir dem Ziel der Verbesserung der Bildungschancen hiermit ein Stückchen näher kommen.
Dass eine solche Tagung zur Verbesserung der naturwissenschaftlichen und technischen Bildung im Wissenschaftspark Gelsenkirchen stattfindet, ist nicht dem Zufall geschuldet, sondern bettet das Thema in einen sehr guten Rahmen hier in Gelsenkirchen ein.
Ich wünsche Ihnen nun eine erfolgreiche Tagung und freue mich darauf, die Klassenkisten übergeben zu können.
Glück auf!