24. März 2011, 12:01 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Erstmals ziehen in einer Großstadt beim Kampf gegen resistente Keime alle Krankenhäuser an einem Strang: Mit Hilfe eines Nasenabstrichs bei jedem stationär aufgenommenen Patienten soll künftig eine Übertragung von MRSA mit möglicherweise schlimmen Folgen für Mitpatienten verhindert werden.
Die Geschäftsführer aller Gelsenkirchener Krankenhäuser haben heute auf Initiative des Referats Gesundheit im Rathaus Buer dazu eine bislang einmalige Vereinbarung über eine einheitliche Eingangsuntersuchung bei allen neu aufgenommenen Patienten unterzeichnet. Mit einem Wattestäbchen wird bei allen Patienten ein Abstrich aus der Nase genommen, dessen Analyseergebnis bereits nach wenigen Stunden für einen gezielten Behandlungsplan herangezogen werden kann.
Bislang wurden mögliche MRSA-Patienten im Krankenhaus erst dann einer detaillierten MRSA-Diagnose unterzogen, wenn sie bestimmte Risikofaktoren (z.B. offene Wunden) erfüllen. „Bei dem im vergangenen Jahr in den Gelsenkirchener Kliniken durchgeführten Prävalenzscreening zeigte sich, dass fast ein Viertel der MRSA-Träger durch das Raster fällt, weil es die Risikokriterien des Robert-Koch-Instituts nicht erfüllt. Die Gelsenkirchener Kliniken haben daraus die richtige Konsequenz gezogen: Sie werden alle neuen Patienten auf MRSA untersuchen. Sie gehen damit, zum Wohl ihrer Patienten, deutlich über die gesetzlichen Forderungen hinaus“, lobt der Leiter des Referats Gesundheit Klaus Mika das Engagement der Kliniken.
Das Methicillin-resistente Bakterium Staphylococcus aureus (MRSA) kann bei Menschen schwere Infektionen verursachen. In Deutschland kommt es jährlich zu ca. 120.000 Krankenhausinfektionen durch MRSA, die auch tödlich verlaufen können. Experten geben an, dass ca. 30 Prozent der Krankenhausinfektionen vermieden werden können. Gesunde Menschen können auch ohne Krankheitssymptome mit MRSA besiedelt sein (Träger).
Vorbereitet wurde die Initiative der Gelsenkirchener Krankenhäuser im Netzwerk „GEmeinsam gegen MRSA“. Das Netzwerk setzt sich zusammen aus Vertretern aller Gelsenkirchener Krankenhäuser, der Ärztekammer Westfalen-Lippe, der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, der ambulanten und stationären Pflegedienste, der Rettungsdienste und Krankentransportunternehmen sowie des Hygiene-Instituts und des Referats Gesundheit der Stadt Gelsenkirchen.
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