30. März 2011, 11:16 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Mit der jüngsten Veröffentlichung geht das Gelsenkirchener Institut für Stadtgeschichte der Geschichte der Gelsenkirchener Künstlersiedlung Halfmannshof und deren Wirken in der Zeit des Nationalsozialismus nach. Das Buch mit dem Titel „Geht Kunst nach Brot?“ von Dr. Holger Germann wird am
Donnerstag, 7. April 2011, um 19 Uhr,
in der Dokumentationsstätte
„Gelsenkirchen im Nationalsozialismus“,
Gelsenkirchen-Erle, Cranger Straße 323
präsentiert. Die Vertreterinnen und Vertreter der Medien sind zur Berichterstattung herzlich eingeladen.
Nach der Begrüßung durch den Leiter des Instituts für Stadtgeschichte, Dr. Jürgen Priamus, und der Hintergrunddarstellung, warum das ISG sich der Untersuchung gerade dieses Gegenstandes angenommen hat, wird der Vorstand für „Kultur, Bildung, Jugend und Sport“ der Stadt Gelsenkirchen, Dr. Manfred Beck, sich der Frage nach Gegenwart und Zukunft des Halfmannshofs zuwenden. Im Anschluss daran wird der Autor der Studie, Dr. Holger Germann, Beispiele aus der Arbeit präsentieren.
Die Künstlersiedlung Halfmannshof begeht in diesem Jahr ihr 80-jähriges Bestehen. In diesen 80 Jahren veränderte die Einrichtung immer wieder ihre Mitgliederstruktur und durchlief Phasen von überregionaler, ja sogar internationaler Bedeutung bis hin zu einer Art Dornröschenschlaf. Unabhängig davon erlebte der Halfmannshof aber auch den Wechsel dreier politischer Systeme mit deren wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und auch künstlerischen Besonderheiten. Darunter die von 1933 bis 1945 andauernde nationalsozialistische Herrschaft.
Das NS-Regime endete bekanntlich nach „nur“ zwölf Jahren. Verglichen mit den weiteren 68, von der Gründung der Künstlersiedlung im Jahr 1931 bis heute, eine auf den ersten Blick kurze, aber deshalb keineswegs unbedeutende Zeitspanne.
Denn immer wieder wurden im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte Details aus jener Zeit über dort lebende einzelne Künstler in der Öffentlichkeit bekannt, die eine Nähe zum Nationalsozialismus vermuten ließen, aber aus denen nicht hervorging, ob sie repräsentativ für alle Künstler des Hofes während der NS-Herrschaft waren.
Die Arbeit geht der Frage nach, inwieweit die Künstler des Halfmannshofs in den Nationalsozialismus involviert waren.
Das Buch ist in der Schriftenreihe des Instituts für Stadtgeschichte – Materialien, Bd. 10 im Klartext-Verlag Essen erschienen und zum Preis von 19.95 Euro im Buchhandel erhältlich.