31. März 2011, 17:07 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Der Vorstand für Kultur, Bildung, Jugend und Sport der Stadt Gelsenkirchen, Dr. Manfred Beck, hält den Offenen Ganztag in den Schulen der Stadt weiterhin für ein Erfolgsmodell und weist die in der WAZ Lokalausgabe Gelsenkirchen geäußerte Kritik zurück.
Der Offene Ganztag in Gelsenkirchen ist eine schulische Veranstaltung mit dem Ziel Förder- und Ergänzungsangebote im schulischen Alltag „ganztägig“ zu ermöglichen.
Entsprechend der Erlasse aus dem Ministerium für Schule und Weiterbildung ist die Offene Ganztagsschule in Gelsenkirchen erfolgreich aufgebaut und strukturiert worden. Sie eröffnet im Rahmen der Schulprogramme der einzelnen Schulen mit Ihren Kooperationspartnern durch einen geänderten Schulrhythmus zusätzliche Bildungschancen. Sie ergänzt und erweitert den Unterricht. Sie soll die Schülerinnen und Schüler in Ihrer Persönlichkeitsentwicklung, der Fach -und Sozialkompetenz mit individuellen und gemeinschaftlichen Angeboten stärken.
Die Zielsetzung der Offenen Ganztagsschule ist daher in einer klaren Angebotsstruktur für die Schülerinnen und Schüler gegliedert. Viele Eltern in Gelsenkirchen nutzen dieses freiwillige Angebot. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird durch diese Ganztagsangebote ebenfalls ermöglicht. Dass die Stadt Gelsenkirchen genau hierauf viel wert drauf legt, zeigt die Prämisse, dass bei den Mehranmeldungen an einigen Schulen die Berufstätigkeit der Eltern die höchste Priorität bei Neuaufnahmen hat.
In Gelsenkirchen steht die Offene Ganztagsschule für hohe Verlässlichkeit und pädagogische Qualität. Mit ihren Förderangeboten und der Kontinuität im Tagesablauf trägt sie zur schulischen und sozialen Entwicklung der Kinder bei.
Erfahrungen aus Praxis und Wissenschaft zeigen, dass viele pädagogische Konzepte im Spannungsfeld der berechtigten Anforderung der Kinder stehen, in den einzelnen Lern- und Förderphasen Freiräume für Spiel und Bewegung zuhaben und Kontaktmöglichkeiten mit Freunden und Freundinnen zu finden: Aus Sicht der Kinder ist der „Ganztag“ an vielen Stellen zu stark strukturiert bzw. zu kurz.
Gerade die OGS in Gelsenkirchen legt viel Wert auf eine gute pädagogische Qualität und entwickelt diese über Fortbildungen, Konferenzen, usw. weiter aus.
Für das engagierte Personal ist es wichtig die Kinder ernst zu nehmen und den Tagesrhythmus entsprechend zu gestalten. Gruppenarbeit und selbständiges Lernen braucht Zeit und Platz. Auch hier hat die Stadt Gelsenkirchen Raumkonzepte mit den Schulen in hoher guter Qualität entwickelt.
Herrn Werner – zuständiger Schulrat für die Stadt Gelsenkirchen – ist es ebenenfalls wichtig, die Kontinuität und damit auch die Qualität in dem Tagesablauf der Schulen für alle OGS Kinder gewährleisten zu können.
Aus diesem Grunde sind sich die Verantwortlichen des Trägernetzwerkes, der Schulaufsicht und der Stadt Gelsenkirchen einig, dass in den Schulen entsprechende gute Konzepte entwickelt worden sind und die Abholzeiten in Gelsenkirchen sehr wohl auf die Bedarfe der Kinder abgestellt sind.
Die Eltern können die Kinder um 15 oder um 16 Uhr abholen; bzw. die Kinder können nach entsprechender Rückmeldung der Eltern die OGS verlassen.
Wenn die Kinder an anderen Angeboten, z. B. in Sportvereinen, Musikschulen etc. teilnehmen, können sie selbstverständlich zu anderen Zeitpunkten die OGS verlassen. Zum Beispiel reagiert die OGS auch flexibel, wenn etwa Arztbesuche oder Geburtstage andere Abholzeiten notwendig machen.
Dass die Eltern mit dieser Regelung zufrieden sind, zeigen die Elternbefragungen der Schuljahre 2008/09 (Hier äußerten acht Eltern den Wunsch nach flexiblen Abholzeiten). Insgesamt wurden in diesem Schuljahr die Betreuungszeiten mit über 85 Prozent mit sehr gut bis mittel bewertet. Die Elternbefragung aus dem Schuljahr 2009/10 bestätigte diese Ergebnisse. Auch hier waren über 85 Prozent zufrieden mit der Regelung zu den Abholzeiten.
Im Zusammenhang mit vermehrter Nachfrage an einigen Schulstandorten prüft die Stadt Gelsenkirchen alle Möglichkeiten um den Bedarfsmeldungen kurz- und mittelfristig gerecht werden zu können.
Hier muss darauf aufmerksam gemacht werden, dass ein weiterer Ausbau außerhalb der räumlichen Möglichkeiten an diesen Standorten nicht unmittelbar leistbar ist.
Auch das Thema „Randzeitenbetreuung“ nach 16 Uhr beschäftigt die Träger und die Stadt weiterhin. Hier wird ein geschätzter Bedarf, der sich aus einer Elternbefragung ableiten lässt, gesehen. Aktuell erklärten am Freitag, 25. März 2011, alle OGS -Träger, dass ihnen bisher nur vereinzelt konkrete Anfragen vorliegen. Nichts desto trotz wird weiterhin an einer finanziellen machbaren bedarfsgerechten Ausweitung der „Betreuungszeiten für Berufstätige“ gearbeitet.
Dr. Manfred Beck kommt abschließend zu folgendem Fazit:
1. Offene Ganztagsschule in Gelsenkirchen ist für jene, die sie auswählen, ein hochwertiges GanztagsSCHULangebot, an dem Freie Träger der Jugendhilfe mitwirken. Dazu benötigt man verlässliche Zeiten (beim Vormittagsunterricht kann man auch nicht nach persönlichen Wünschen Kinder bringen und abholen!)
2. Offene Ganztagsschule ist KEINE Nachmittagsbetreuung nach Unterrichtsende. Die OGS ist so flexibel wie Schulunterricht, weil sie unterrichtsergänzend ist
3. Die Nachfrage nach Ganztag in der Grundschule (in dieser Form!) ist so hoch, dass an mehreren Stellen Ausweitungsmöglichkeiten geprüft werden müssen.
In Gelsenkirchen werden Überlegungen angestellt, wie wir dem Bedarf nach längerer Betreuung – zumindest an einzelnen Standorten – nachkommen können.