04. April 2011, 11:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Im Rahmen seiner Monatsreihe „Neuer Deutscher Film“ zeigt das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen „Poll“ von Christ Kraus und „Picco“ von Philip Koch.
„Poll“ läuft am Sonntag, 10. April, um 12.30 Uhr und am Montag, 11. April, um 18 und 20.30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horst Straße 6, GE-Buer) sowie am Mittwoch, 13. April, um 19.30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190). „Picco“ geht am Dienstag, 12. April, um 18 und 20.30 Uhr über die Leinwand der Schauburg.
Der Eintritt kostet 4 € für eine Vorstellung bzw.
36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Nach den Memoiren der Berliner Autorin Oda Schaefer (1900-1988) inszenierte Chris Kraus „Poll“ vor der malerischen Kulisse der baltischen Ostseeküste als ein vielschichtiges, historisch präzises und visuell opulentes episches Drama, das anhand der Chronik einer deutschen Aristokratenfamilie eine berührende individuelle Selbstfindungsgeschichte erzählt und gleichzeitig symbolträchtig einen Epochenwechsel beleuchtet. Ausgezeichnet unter anderem mit drei „Bayerischen Filmpreisen“ 2011 („Bester Darsteller“ [Edgar Selge], „Beste Nachwuchsdarstellerin“ [Paula Beer] und „Bestes Szenenbild“). — Es gibt keine Untergänge, nur Übergänge. Unter diesem Credo erlebt die hochbegabte Oda von Siering (Paula Beer) das Ende einer Epoche: Im Sommer 1914, kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges, steht der Zerfall des deutsch geprägten, zum russischen Kaiserreich gehörenden Baltikums unmittelbar bevor. Ein Zerfall, der das Leben der jungen Frau, ihre aristokratische Familie und alle Gewissheiten bedroht - und der sie dennoch zum persönlichen Glück zwingt. Die Begegnung mit einem estnischen Anarchisten und Schriftsteller (Tambet Tuisk) wird Odas Schicksal bestimmen.
Inspiriert von realen Ereignissen, insbesondere von einem aufsehenerregenden Todesfall in der Justizvollzugsanstalt Siegburg 2006, spürt Philipp Kochs sorgfältig recherchiertes und mutiges Spielfilmdebüt „Picco“ den fatalen Folgen struktureller Gewalt nach. Entstanden ist ein authentisches, hervorragend gespieltes und enorm intensives Gefängnisdrama, das kompromisslos die erschütternden Entwicklungen vor Augen führt, ohne jemals voyeuristisch zu sein. Ausgezeichnet u. a. beim „Filmfestival Max Ophüls Preis“ 2010 mit dem „Preis des saarländischen Ministerpräsidenten“ sowie von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“. — Der introvertierte Kevin (Constantin von Jascheroff) tritt seine Haftstrafe in einem bayerischen Jugendgefängnis an. Er teilt sich die Zelle mit Marc, Andy und Tommy, die ihm unmissverständlich die hier herrschenden Gegebenheiten klar machen: Es regiert das Recht des Stärkeren, und als "Picco", als Neuling, steht Kevin ganz unten in der Hackordnung. Während Marc und Andy ihn permanent schikanieren, nimmt Tommy eher eine passive Haltung ein. Zunächst glaubt Kevin noch, der Situation gewachsen zu sein, ehe er langsam begreift, dass er die Haftzeit nur überstehen kann, wenn er sich dem System anpasst und wie die anderen gegen das schwächste Glied der Kette vorgeht.