22. Juni 2011, 12:21 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Mit Unverständnis hat Gelsenkirchens Schuldezernent auf die Äußerungen des nordrhein-westfälischen CDU-Generalsekretärs Oliver Wittke in einem WAZ-Interview reagiert:
„Der CDU-Generalsekretär hat offensichtlich Probleme, das schwer verständliche Verhalten seiner Partei in der Schulpolitik im Land Nordrhein-Westfalen zu rechtfertigen. In einer solchen Situation greift er dann zu Argumenten, die nur wenig seriös sind, indem er nämlich die Entwicklung in Gelsenkirchen so zu Recht biegt, dass sie mit seinem Weltbild übereinstimmen.“
Dr. Manfred Beck, Gelsenkirchener Bildungsdezernent: „Oliver Wittke kennt offensichtlich den Schulentwicklungsprozess in Gelsenkirchen nicht, der in weiten Teilen einvernehmlich – also mit Zustimmung der Gelsenkirchener CDU gestaltet worden ist.“
So seien sich Verwaltung und demokratische Fraktionen einig gewesen, ein Gutachten zur Schulentwicklungsplanung in Auftrag zu geben. Erst jüngst wurde bei Zustimmung der CDU-Fraktion bestätigt, dass dieses Gutachten (mit Ausnahme der Maßnahmenvorschläge) den Rahmen der Schulentwicklung in Gelsenkirchen bilden soll. Hinzu sollen der Wille der Schulgemeinden (dokumentiert durch Schulkonferenzbeschlüsse) und der Elternwille (erhoben durch Anmeldeverhalten und Elternbefragung) kommen.
Deshalb zeugten Wittkes Einlassungen von gründlicher Unkenntnis der Gelsenkirchener Situation:
Die Realschule in Hassel ist aufgrund der Schülerzahlenprognosen zweifellos eine im Bestand gefährdete Schule. Da dasselbe für die Hauptschule am Eppmannsweg gilt, haben sich beide Schulen in Eigeninitiative entschlossen, GEMEINSAM eine Gemeinschaftsschule zu gründen, um den Schulstandort Hassel zu erhalten.
In Erle haben sich die beiden Schulen ebenfalls aus eigenem Antrieb heraus zusammen gefunden um die Umwandlung in eine Gesamtschule zu beantragen.
Der Gelsenkirchener Weg der Schulentwicklung ist durch größtmögliche Transparenz und Beteiligung der Betroffenen und der Bevölkerung gekennzeichnet. Auch die Elternbefragung in Gelsenkirchen ist keine Erfindung des Schuldezernenten, sondern war – abgesehen von der Abfrage des Stadtteils – in dieser Form vom Ministerium für Schule und Weiterbildung vorgegeben.
Im Übrigen negiert Oliver Wittke völlig, dass in Gelsenkirchen Jahr für Jahr mehr als 200 Kinder von Gesamtschulen abgewiesen werden müssen, weil die Plätze nicht ausreichen, um dem Wunsch der Eltern entsprechen zu können.
Manfred Beck: „Es wäre für seine Heimatstadt Gelsenkirchen hilfreicher, wenn sich Oliver Wittke dafür einsetzen würde, dass die Landes-CDU wieder an Gesprächen in Düsseldorf teilnimmt, die zum Ziel haben, ein Schulgesetz zu verabschieden, das endlich den Städten und Gemeinden die notwendigen Spielräume eröffnet, eine vor Ort gewollte Schulentwicklung zu ermöglichen.“