30. Juni 2011, 12:10 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Schön, dass Ihr die Gelegenheit genutzt habt, um Euch heute hier zu informieren über eine Berufsausbildung bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen. So vielfältig wie die Menschen sind, die in unserer Stadt leben, so vielfältig sind auch die Möglichkeiten und Berufsbilder bei der hiesigen Kommunalverwaltung. Mehr darüber erfahrt Ihr in den kommenden zwei Stunden und ich hoffe, dass Ihr Euch am Ende noch mehr für einen Einstieg ins Berufsleben bei der Stadt Gelsenkirchen interessiert. Denn davon profitiert letztlich nicht nur ihr.
Im Wettbewerb um die besten Köpfe werben wir ganz bewusst um Mädchen und Jungen, die durch ihre eigene Geschichte, ihre Herkunft und ihre kulturellen Erfahrungen ganz wichtige Kompetenzen sammeln konnten. Ihr alle sprecht nicht nur mindestens zwei Sprachen, sondern kennt Euch auch damit aus, was es heißt, mit einem Migrationshintergrund in Gelsenkirchen groß zu werden und zu leben. Von dieser Erfahrung wollen wir mehr haben bei der Stadtverwaltung Gelsenkirchen.
Nicht nur nach dem Motto: Da haben wir kulturelle Dolmetscher, da haben wir Brückenbauer, da haben wir Menschen, die in die Migrantenszene positiv hineinwirken können. Es ist auch insgesamt wichtig, dass wir in unserer Gesellschaft deutlicher machen: Jawohl, wir sind in der Einwanderungsgesellschaft angekommen. Und das in der Justiz, in den Kommunalverwaltungen, in den Bürgerbüros, im Strafvollzug, in allen Bereichen. Als Kommunalverwaltung stellen wir jedoch fest, dass der Anteil von Beschäftigten mit Migrationshintergrund mit nur knapp zwei Prozent noch immer verschwindend gering ist. Das bildet nicht einmal ansatzweise die Bedeutung wieder, die Ihr alle im wahren Leben für die städtische Gesellschaft spielt. Das ist eine Lücke, die gefüllt werden muss, und es ist gleichsam Eure Chance!
Das Thema Integration beschäftigt uns bereits seit vielen Jahren und in 2005 haben wir nach Beratung in den Fachausschüssen im Stadtrat einstimmig ein Integrationskonzept verabschiedet. Vor knapp sechs Jahren gehörten wir zu den ersten Kommunen in Deutschland, die ein solches Konzept noch völlig ohne Drittmittel erarbeitet hatten.
Seitdem hat sich eine Menge getan und vieles ist auf einem guten Weg. Dazu gehört unter anderem die heutige Veranstaltung, die wir ins Leben gerufen haben, um vor allem Jugendliche mit Migrationshintergrund zu motivieren und zu ermutigen, sich bei der Stadtverwaltung zu bewerben. Unser selbst gestecktes Ziel ist es, den Anteil der Beschäftigten mit Migrationshintergrund deutlich zu erhöhen. Mit dieser Initiative wollen wir unseren Beitrag zum Kontrakt „Interkulturelle Region Ruhr“ leisten, mit dem sich die Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Herne, Mülheim an der Ruhr und eben auch Gelsenkirchen im vergangenen Jahr zur interkulturellen Öffnung der Verwaltungen selbstverpflichtet haben.
Die weiteren Ideen in diesem Bereich sind ebenso vielfältig: Wir wollen die interkulturellen Kompetenzen und Sprachkenntnisse nutzen, statt sie brachliegen zu lassen. Wir werben bei den Eigenbetrieben der Stadt Gelsenkirchen ebenso darum, unserem Beispiel zu folgen und in Stellenausschreibungen einen gezielten Passus einzufügen, der den Wunsch nach Bewerbungen von Menschen unterschiedlicher ethnischer Herkunft explizit fordert und damit mögliche Hemmschwellen beseitigt bei den umworbenen Fachkräften. Denn auch wenn wir schon vieles erreichen konnten, so gibt es doch auch noch vieles zu tun. In diesem Sinne wünsche ich der heutigen Veranstaltung viel Erfolg und Euch allen einen guten Einstieg ins Berufsleben. Vielleicht sehe ich den einen oder die andere von Euch bald schon wieder, wenn ich die neuen Auszubildenden der Stadtverwaltung Gelsenkirchen begrüße. Mich würde das jedenfalls sehr freuen. Bis dahin alles Gute sowie ein herzliches Glückauf!