25. Juli 2011, 11:11 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Mit „Four Lions“ setzt das Kommunale Kino (KoKi) seine Schwerpunktreihe „Filmjahr international“ fort, und zwar am Sonntag, 31. Juli um 12.45 Uhr und Montag, 1. August, 18 und 20.30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) sowie am Mittwoch, 3. August um 19.30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190).
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Darf man über religiös motivierten Terrorismus eine Komödie drehen? Definitiv, zumindest wenn das Ergebnis so ausfällt wie das fulminante Spielfilmdebüt des britischen TV-Satirikers Christopher Morris, der hier zwischen rabenschwarzem Humor und bitterer Tragik keineswegs den Glauben diffamiert, sondern schonungslos mit überall zu findendem Fanatismus abrechnet. Offizieller Beitrag zu den Filmfestivals in Sundance, Los Angeles, Melbourne, Athen und Stockholm (alle 2010).
Vier britische Moslems fühlen sich zu Gotteskriegern berufen und planen auf eigene Faust einen Anschlag gegen die „ungläubige“ westliche Welt. Dumm nur, dass sie allesamt absolut dilettantische Amateure sind, wie sie stets eindrucksvoll unter Beweis stellen. Nach dem grandios verpatzten Besuch eines pakistanischen Terrortrainingscamps und zahlreichen weiteren Chaosaktionen in England will das Quartett schließlich bei einem Londoner Wohltätigkeitsmarathon Ernst machen: Verkleidet als Kuscheltiere, Clowns und Comicfiguren ziehen sie los.
WER WENN NICHT WIR erzählt von einer bedingungslosen Liebe, die untrennbar mit der Vorgeschichte des deutschen Terrorismus verbunden ist. In seinem ersten Spielfilm beleuchtet der preisgekrönte Dokumentarfilm-Regisseur Andres Veiel („Black Box BRD“) den Aufbruch einer Generation. Für die Hauptrollen stehen die Schauspieler August Diehl („Die Fälscher“, „Salt“), Newcomerin Lena Lauzemis sowie Alexander Fehling („Goethe!“) vor der Kamera von Judith Kaufmann („Die Fremde“, „Vier Minuten“). In weiteren Rollen sind Thomas Thieme, Imogen Kogge, Michael Wittenborn, Susanne Lothar sowie Sebastian Blomberg zu sehen. Der Film basiert auf dem Sachbuch „Vesper, Ensslin, Baader - Urszenen des deutschen Terrorismus“ von Gerd Koenen. Jenseits der abgedroschenen 68er-Klischees begibt sich der Film zurück auf den Anfang und taucht tief ein in die entscheidenden Jahre der Bundesrepublik: die frühen 60er.
Deutschland in den frühen 60ern. Noch ist das Land ruhig. Doch Aufbruch liegt in der Luft. Auch Bernward Vesper (August Diehl), Sohn des NS-Schriftstellers Will Vesper (Thomas Thieme), begehrt auf. Nachts hackt er wütende Sätze, die er der erstarrten Gesellschaft ins Gesicht schleudern will, in die Schreibmaschine. Als er auf Gudrun Ensslin (Lena Lauzemis) trifft, ist das der Beginn einer extremen Liebesgeschichte: bedingungslos, maßlos, bis über die Schmerzgrenze hinaus. Gemeinsam brechen sie auf, um die Welt zu erobern. Keine zehn Jahre später verliert sich Bernward auf Drogentrips im Wahnsinn, und Gudrun katapultiert sich in den bewaffneten Untergrund. Für beide wird es kein Zurück mehr geben.