26. Juli 2011, 10:56 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Im Juni 2009 hat Oberbürgermeister Frank Baranowski das Zentrale Interventionsteam (ZIT) ins Leben gerufen, um angesichts bundesweit steigender Vorfälle an Schulen auf mögliche Fälle vorbereitet zu sein.
Schon sehr bald hat es sich gezeigt, dass es nicht ausreicht, auf eingetretene Bedrohungen zu reagieren, sondern die Prävention und Abwehr von Gefahren vor ihrem Entstehen enorm wichtig ist. Seitdem steht neben der Nachbereitung einer Gewalttat vor allem die Verhütung von Gefahrensituationen im Mittelpunkt der Arbeit. Dabei fängt die Beratung des ZIT dort an, wo Schulen auch in kleineren Krisen Unterstützung und Rat benötigen.
Entsprechend des erweiterten Einsatzbereiches, nannte sich das Zentrale Interventionsteam in Zentrales Interdisziplinäres KrisenTeam (ZIT) um. In den Einsatzbereich fallen nun nicht nur so genannte Amoksituationen sondern auch Körperverletzungen, sexuelle Übergriffe sowie Beleidigungen bis hin zu Drohungen.
In verschiedenen Situationen konnte das Team bereits helfen, so gab es Einsätze bei der Androhung eines Selbstmords und der Ankündigung eines so genannten Amoklaufs. Aber auch Grundschüler, die Waffen bei sich trugen, waren ein Einsatzgrund. Ebenso wie der schulfremde Erwachsene, der einen Schüler mit einem Baseballschläger schwer verletzt hat.
Das ZIT bietet heute vor allem Beratung und Unterstützung in Schulen, um Krisen zu bewältigen und vorzubeugen. Dabei informiert und berät das Team auch ohne konkreten Anlass. So werden Seminare zur Gewaltprävention und zur Risikoeinschätzung angeboten. Außerdem führt das ZIT regelmäßig Schulleiterbesprechungen durch.
Im vergangenen Jahr gab es außerdem an einer Gelsenkirchener Schule eine gemeinsame Sicherheitsübung von ZIT, Polizei und Notfallseelsorge. Weitere Übungen sind geplant.
Ist eine Krise absehbar oder eingetreten, hilft das ZIT, die Situation einzuschätzen und zu bewältigen. Bei Bedarf kooperiert das ZIT mit anderen Experten wie Therapeuten, Bezirkssozialarbeiter oder Notfallseelsorger. Außerdem unterstützt das Team bei der Nachsorge: Therapeutische oder erzieherische Hilfen werden angeboten und schulische Ordnungsmaßnahmen können beschlossen werden.
Das Konzept und die Zusammensetzung des Zentralen Interdisziplinären KrisenTeams Gelsenkirchen sind weitgehend einmalig. In anderen Städten gibt es zumeist nur eine Zusammenarbeit zwischen Polizei und Schule.
Zum Team gehören nach der der Neukonzeption ein Notfallseelsorger, ein Schulpsychologe, ein Polizist und Vertreter des Jugendamtes und des Schulträgers. Neben Pfarrer Peter Rutz (Notfallseelsorger in Gelsenkirchen und Religionslehrer am Berufskolleg) sind Carsten Joiko (Regionale Schulberatungsstelle), Consuelle Laudage und Marita Meissner (beide vom Referat Erziehung und Bildung) sowie Hans-Jörg Schacht von der Polizei Gelsenkirchen Mitglieder des ZIT.
Zu den Grundsätzen des ZIT gehört es, dass Beratung immer auf Freiwilligkeit beruht. Schulen sollen befähigt werden, sich selbst zu helfen beziehungsweise zu wissen, wie sie Hilfe organisieren können. Die Eigenleistung und Selbstbestimmung der Schulen hat dabei einen besonderen Stellenwert.