29. August 2011, 11:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Was bedeutet es, wenn Menschen außerhalb bestimmter gesellschaftlicher Normen stehen? Welche Konsequenzen resultieren daraus? Und was geschieht, wenn man entdeckt, dass man nicht der ist, für den man sich hält? – Diese Fragen erforscht die KoKi-September-Hauptreihe „Anderssein“ mit vier facettenreichen Beiträgen, die im Rahmen verschiedener Filmgenres das Innenleben ihrer Figuren glaubwürdig transparent machen.
Die Reihe beginnt mit „Ein Tick anders“. In Evas Familie sind alle ein bisschen anders: Ihre Mutter frönt dem Kaufrausch, ihr Vater schreibt Bewerbungen im Wald, um nicht als Arbeitsloser aufzufliegen, und ihre gewitzte Oma sprengt schon mal per Feuerwerkskörper einen Staubsauger in die Luft. Eva (Jasna Fritzi Bauer) selbst ist ebenfalls anders, denn sie hat das Tourette-Syndrom, eine neurologischpsychiatrische Erkrankung, die nervöse Zuckungen und ungewollte verbale Entgleisungen hervorruft. Dadurch ergeben sich immer wieder Probleme, aber auch urkomische Situationen. Sicherheit und Geborgenheit findet Eva zu Hause – kein Zucken und kein Pöbeln, höchstens sporadisch ein kleiner Fluch oder ein freundlicher Hitlergruß. Die Situation ändert sich jedoch schlagartig, als Evas Vater ein Job in Berlin angeboten wird. Eva will auf gar keinen Fall die gewohnte Umgebung verlassen und schmiedet einen Plan. — Mit viel Liebe für seine schrägen Figuren entwickelt Regisseur und Autor Andi Rogenhagen eine leicht anarchische, ausgesprochen sympathische Tragikomödie, die anhand von Evas Suche nach einem Platz im Leben eine warmherzige Geschichte über Familie, Toleranz und die große Herausforderung, eben einen Tick anders zu sein, erzählt. Ausgezeichnet beim „Festival des deutschen Films“ in Ludwigshafen 2011 mit dem Publikumspreis. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen zeigt den Film am Sonntag, 4. September, um 12:45 h und am Montag, 5. September, um 18 und 20:30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) sowie am Mittwoch, 7. September, um 19:30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190).
Als weitere Filme der Monatsreihe stehe auf dem Programm „Beginners“ (11., 12. und 14. September), „Wer ist Hanna?“ (20. und 21. September) und „Alles koscher!“ (25., 26. und 28. September).
Doch schon am Dienstag, 6. September, (18 und 20:30 Uhr, Schauburg) läuft als Wunschfilm „Larry Crown“ von und mit Tom Hanks. Crown arbeitet seit Jahren als Manager einer Supermarktkette und rechnet fest damit, erneut die Auszeichnung „Mitarbeiter des Monats“ zu erhalten. Stattdessen setzt ihn die Firma jedoch aus heiterem Himmel vor die Tür, weil er angeblich mangels Studienabschluss nicht befördert werden kann. Die Chancen auf einen neuen Job stehen eher schlecht, und so beschließt Larry, den Abschluss am College nachzuholen. Dort begegnet er einem bunten Haufen von Mitschülern in allen Lebenslagen – und der bezaubernden, aber frustrierten Rhetorikdozentin Mercedes (Julia Roberts): — Behutsam und charmant hat Tom Hanks die Geschichte eines von ihm selbst verkörperten Mannes um die 50 inszeniert, der im Angesicht einer Krise nicht resigniert, sondern mit ungebrochenem und ansteckendem Optimismus daran arbeitet, sich neu zu erfinden. Entstanden ist eine entspannte Komödie, welche die positive Kraft von Veränderungen feiert und dabei vom Zusammenspiel der Schauspielgrößen Tom Hanks und Julia Roberts lebt.
Aus technisch-organisatorischen gründen zeigt das KoKi als Sondervorstellung zur Ausstellung der Schalker Fan-Initiative e. V. „Innenansichten nach außen – Ukrainische Fußballkultur im Vorfeld der Euro 2012“ (bis 9. September im „stadtbauraum“, Boniverstraße 30) am Mittwoch, 7. September, um 20:04 Uhr den deutschen Dokumentarfilm „The Other Chelsea – Eine Geschichte aus Donezk“ in den „Apollo Cinemas – Multiplex in Gelsenkirchen“ (Willy-Brandt-Allee 55).
.Die Stadt Donezk liegt im Zentrum der ukrainischen Bergbauregion. Hier arbeiten die meisten Menschen unter widrigen Bedingungen und für einen mageren Lohn in den Kohleminen. Nur sehr wenige haben es zu Wohlstand und Reichtum gebracht. Beide Seiten eint die Liebe zum lokalen Fußballverein „Schachtjor Donezk“, den der Milliardär Rinat Achmetow finanziert. Mit dem Erfolg des Clubs – „Schachtjor Donezk“ gewann seit 2002 sechs Mal die ukrainische Meisterschaft, nahm mehrfach an der Champions League teil und wurde 2009 überraschend UEFA-Cup-Sieger – verbindet sich die Hoffnung der Einheimischen auf eine bessere Zukunft. — Jakob Preuss’ nuancierter, origineller Dokumentarfilm, der reale Aufnahmen und assoziative Animationen vereint, beleuchtet unter sozialen, politischen, ökonomischen und sportlichen Aspekten die Situation in Donezk und vermittelt dadurch ein aufschlussreiches Bild der ukrainischen Gesellschaft.
Ferner präsentiert das KoKi als Autorenfilm „Kleine wahre Lügen“ (13. September), als Neuen Dokumentarfilm „Die Nordsee von oben“ (18./19. September) und als Literatur im Film „Naokos Lächeln“.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.