07. September 2011, 11:40 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Der Springbach in Gelsenkirchen soll künftig wieder als offenes Gewässer von der Sportanlage an der Oststraße in Richtung Süden durch das Landschaftsschutzgebiet und die Wald- und Wiesenflächen der Resser Mark bis zur Willy-Brandt-Allee und dort in die Emscher fließen. So können aus dem Abwassersystem jährlich rund 260.000 Kubikmeter nicht behandlungsbedürftiges Reinwasser herausgenommen werden.
Der technische Bereichsleiter von AGG/Gelsenkanal, Ulrich Stachowiak freut sich über die Unterstützung für das Projekt: „Möglich wird die Umsetzung der etwa 4,4 Millionen Euro teuren Entflechtung des Springbaches durch Fördermittel des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, das der Stadt Gelsenkirchen einen Zuschuss von insgesamt rund 3,5 Millionen Euro bewilligt hat.“
Und der Gewässerschutzbeauftragte von Gelsenkanal, Alfred Dix ergänzt: „Damit werden wir auch die Anforderungen der europäischen Wasserrahmenrichtlinie nach einer Durchgängigkeit und dem guten ökologischen Zustand der Fließgewässer erfüllen.“
Der Springbach bildet das Hauptgewässer eines rund sieben Kilometer langen Gewässersystems zwischen den Stadtteilen Erle, Resse und Resser Mark. Er entsteht durch den Zusammenfluss von Knabenbach und Leither Mühlenbach an der Sportanlage an der Oststraße.
Noch bis zur Mitte des vorigen Jahrhunderts mündete der Springbach als natürliches Gewässer auf Höhe des Stadtteils Sutum in die Emscher. Im Zuge der städtebaulichen Erweiterungen in Erle kam es dort in der Folgezeit zu einer Verrohrung des Gewässers und später dann zu einer Übernahme in die vorhandene städtische Kanalisation.
Bergbaubedingte Gefälleverluste machten zudem für die Einleitung in die Emscher die Errichtung eines Pumpwerkes erforderlich. Seit dieser Zeit endet der Springbach bereits am südlichen Rand der Kleingartenanlage Buer-Erle und mündet dort in die Mischwasserkanalisation.
Mit dem Ende des Bergbaus im Ruhrgebiet beginnt nun die lange geplante Umgestaltung des Emschersystems.
Erste Planungsschritte zeigten, dass eine Entflechtung des Springbaches nur mit einer neuen Trassenführung möglich ist. Die Verlegung der heutigen Einleitstelle um rund 1,5 Kilometer nach Osten würde die Ableitung des Springbaches im freien Gefälle und eine hochwassersichere Wiederanbindung an den Emscherhauptlauf er-möglichen.
Die bisherige Planung sieht vor, dass der neue Springbach an der Sportanlage an der Oststraße in Erle beginnt, und von dort nach Süden führt. Er verläuft weiter durch das Landschaftsschutzgebiet östlich der Straße Eulenbusch, unterquert dann die Straße Im Emscherbruch und anschließend die Münsterstraße (L638). Östlich davon liegt die vom Kommunalverband Ruhrgebiet (KVR) unterhaltene Wald- und Wiesenfläche der Resser Mark. Hier folgt der Springbach künftig den vorhandenen Unterhaltungswegen weiter nach Süden, unterquert die Holzbachstraße und mündet dann östlich der Willy-Brandt-Allee (B 226) in die Emscher.
Die Gesamtlänge des neuen Springbaches, der aus topographischen Gründen nur im Oberlauf offen geführt werden kann, beträgt rund 1.650 Meter betragen.
Im Juni 2011 wurde ein externes Büro mit der planerischen Umsetzung der Entflechtung beauftragt. Im Rahmen dieser Planung werden nun auch Variantenuntersuchungen durchgeführt, ob nicht weitere abschnittsweise Öffnungen des Baches trotz der ungünstigen topographischen Randbedingungen möglich sind.
Die Entflechtung wird in zwei Bauabschnitte aufgeteilt. Mit Blick auf den Hochwasserschutz der Kleingartenanlage Buer-Erle wird im ersten Bauabschnitt die Verlegung des neuen Springbaches über rund 600 Meter vorab realisiert. Er endet auf einer städtische Freifläche zwischen der Straße Im Emscherbruch und der Münsterstraße.
Der anschließende zweite Bauabschnitt führt dann von diesem Punkt bis zur Einleitungsstelle in die Emscher.
Vorgesehener Baubeginn für den ersten Bauabschnitt ist derzeit Anfang 2012. Die Entflechtung des Springbaches soll dann mit Abschluss des zweiten Bauabschnittes voraussichtlich Mitte 2013 fertig gestellt sein.