09. September 2011, 13:32 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. „Ein unter Einbezug externen Sachverstandes im Zusammenspiel mehrerer städtischer Dienststellen erarbeitetes Zukunftskonzept für die Künstlersiedlung Halfmannshof als ‚diletanttischen Schwachsinn’ (Zitat Helmut Kloth laut WAZ) zu bezeichnen, macht deutlich, auf welchem Niveau sich die Reste des Halfmannshof-Vereins bewegen.“ So die spontane Reaktion des Kulturdezernenten Dr. Manfred Beck.
Alle Versuche der Kulturverwaltung, schon unter seinem Vorgänger Peter Rose, eine Neuausrichtung der im Dornröschenschlaf versinkenden Künstlersiedlung zu erreichen, seien von diesen Akteuren blockiert worden. Beck: „Der jüngste Austritt des für Innovationen aufgeschlossenen Teils der Künstlerschaft aus dem Halfmannshof-Verein war das endgültige Signal, dass es ein ‚weiter so’ nicht geben kann.“
Das Konzept zur Neugestaltung des Hofes ist auf Grundlage fachlicher Beratungen erstellt worden und berücksichtigt sowohl wirtschaftliche Notwendigkeiten als auch städtebauliche Qualitätsmaßstäbe und die kulturpolitischen Ziele der Stadt.
Fakt ist, dass die ggw als Eigentümerin des Geländes jährlich einen Fehlbetrag von 120.000 bis 150.000 € im Halfmannshof zu stemmen hat und dass weiterhin ein starker Investitionsstau besteht. Dies erzwingt eine konzeptionelle Neuausrichtung des Hofes, wenn man ihn erhalten möchte. Diesbezügliche Vermittlungsangebote der ggw sind in den Vorjahren leider von den Hofbewohnern abgelehnt worden.
„Es ist nicht zielführend, dass einige Künstler, die nicht für den ganzen Hof sprechen, nun aus Eigeninteresse die Weiterentwicklung der Künstlersiedlung blockieren wollen“, so Kulturreferatsleiter Dr. Volker Bandelow.
Ziel der Stadt ist es, die Künstlersiedlung Halfmannshof mit diesem Konzept zukunftsfähig und attraktiver zu machen und nicht zuletzt auch für weitere Künstler zu öffnen. Für die Veränderungen, die sich für die Mieter durch die Neukonzeption ergeben, werden sozialverträgliche Lösungen angestrebt. Dazu hat die ggw bereits erste Gespräche mit den Mietern geführt.
Dieses Konzept soll die Existenz des Hofes für die nächsten Jahrzehnte sichern, weiteren Künstlern die Möglichkeit zur Arbeit auf dem Hof ermöglichen und eine gerechtere Behandlung der in Gelsenkirchen aktiven Künstler bewirken.
Der von Frau Echelmeyer eingeführte Begriff des ‚Sozialschmarotzertums’ ist der Kulturverwaltung fremd. Es geht allein darum, dass die städtische Kulturpolitik nicht begründen kann, warum gerade die Künstlerinnen und Künstler im Halfmannshof mit städtischen Mitteln subventionierte Wohn- und Arbeitsgelegenheiten unbefristet auf Lebenszeit erhalten, während andere Künstlerinnen und Künstler in Gelsenkirchen ohne städtische Subventionen Familie, Wohnen und z.T. künstlerisch bedeutsames Schaffen eigenständig finanzieren müssen.
Die Kulturverwaltung geht davon aus, dass eine sachliche Diskussion des Konzeptvorschlages in den städtischen Gremien möglicherweise zu kleinen Veränderungen, jedoch insgesamt zu einem mit breiter politischer Mehrheit getragenen Beschluss führen wird.