20. September 2011, 14:28 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
GE. Über einhundert Vertreter von Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft haben heute in Gelsenkirchen in einer feierlichen Zeremonie die Vereinbarung „Ein Zeichen für Vielfalt und Talente“ unterschrieben.
Mit der Vereinbarung machen sich die Akteure stark für die Schaffung einer Willkommenskultur in der Metropole Ruhr und einen wertschätzenden Umgang miteinander, insbesondere für Menschen mit Zuwanderungsgeschichte. Außerdem soll die Talentförderung zu einem Markenzeichen der Metropole Ruhr werden. Allen Menschen soll eine erfolgreiche Bildungsbiografie unabhängig von Herkunft, Religion und sozialem Status in der Region ermöglicht werden.
Zu den Erstunterzeichnern/-innen gehören neben den sieben Oberbürgermeistern/-innen auch Vertreter von Unternehmen, Verbänden und Universitäten aus allen sieben Kommunen.
Die Vereinbarung ist das Ergebnis einer mehrjährigen interkommunalen Zusammenarbeit der sieben Städte Bochum, Dortmund, Duisburg, Essen, Gelsenkirchen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen im Bereich Integration und Personalentwicklung.
Anlass für die interkommunale Initiative sind insbesondere die Veränderungen durch den demografischen Wandel, die es in Zukunft immer schwieriger machen, geeignete Arbeitskräfte für die Region zu gewinnen. Davon sind Verwaltungen ebenso betroffen wie Unternehmen.
Die Staatssekretärin für Integration des Landes Nordrhein-Westfalen Zülfiye Kaykin betonte: "Wir brauchen die interkulturelle Öffnung unserer Arbeitswelt als Signal einer Willkommenskultur gegenüber den Menschen, die zu uns gekommen sind.
Die Landesregierung wird deshalb mit einer Landesinitiative für mehr Migrantinnen und Migranten im öffentlichen Dienst mit gutem Beispiel vorangehen. Aus diesem Grund freut mich die Initiative der Städtekooperation auch ganz besonders, die auf der regionalen Ebene am gleichen Ziel arbeitet."
Ulrich Ernst, Dezernent für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Sport der Stadt Mülheim an der Ruhr und Sprecher der Initiative, hob hervor, „dass wir es uns nicht leisten können, auf die Talentreserven der Metropole Ruhr zu verzichten.“ Er betonte: „Wir müssen die Schätze der Region heben und Kinder und ihre Familien frühestmöglich unterstützen und fördern und das unabhängig von ihrer kulturellen und sozialen Herkunft. Eine der großen Herausforderungen liegt in der Schaffung von Teilhabegerechtigkeit in bestehenden Bildungs- und Beratungseinrichtungen. Daneben brauchen wir für die Metropole Ruhr eine gemeinsame Willkommenskultur von Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft für die Talente aus anderen Regionen und Metropolen, um unseren Fachkräftebedarf decken zu können."
Dr. Heinz-Willi Mölders, Personalvorstand der RWE Deutschland AG, unterstrich das Interesse der Wirtschaft an gut ausgebildeten Arbeitskräften: „Es ist in unser aller Interesse, wenn wir uns dafür stark machen, junge Menschen zu fördern und ihnen eine gute Berufsausbildung zu ermöglichen. Dafür engagieren wir uns seit vielen Jahren. Wenn wir nichts tun, werden uns die Folgen des demografischen Wandels schon in wenigen Jahren massiv treffen.“
Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer vom Essener Unternehmensverband e.V. betonte, wie wichtig es sei, jetzt vor allem auch die kleinen und mittelständischen Unternehmen mitzunehmen. „Viele Unternehmen haben gar nicht die Ressourcen, um sich um dieses Thema zu kümmern. Umso wichtiger ist, dass Kommunen und Verbände Angebote zur Verfügung stellen, damit sich auch kleine und mittelständische Unternehmen rechtzeitig auf die Entwicklungen einstellen können und verstehen, dass sich hier ein nachhaltiges Engagement lohnt, das über das einzelne Unternehmen hinausgeht.“
Der Unternehmer Thomas Decker bezeichnet die Initiative als „Riesenchance für die Region.“ Und weiter: „Wir brauchen eine Willkommenskultur, um auch für Arbeitskräfte von außerhalb Deutschlands attraktiv zu sein. Gleichzeitig machen wir damit automatisch Werbung für die Region und die Unternehmen die hier arbeiten.“
Vor und nach der Unterzeichnung wurden Initiativen vorgestellt, die dem Gedanken der Talentförderung und der Förderung einer Willkommenskultur in der Metropole Ruhr deutlich machen.
"Heute liegt unsere besondere Chance darin", so Ulrich Ernst, „dass sieben Städte gemeinsam mit Wirtschaft, Wissenschaft und weiteren Akteuren wirksame Initiativen für eine Willkommenskultur und die Förderung von Talenten für die Metropole Ruhr umsetzen wollen. Wir sind davon überzeugt, dass eine große Chance besteht, dass aus dem heute symbolisch gesetzten Zeichen für Vielfalt und Talente gemeinsame Handlungsinitiativen entstehen werden.“ Er hob hervor: „Das Wissen über die Herausforderungen und Lösungen ist vorhanden. Jetzt kommt es darauf an gemeinsam zu handeln."
Nach der Veranstaltung werden die Ergebnisse ausgewertet und erste Vorschläge zur konkreten Zusammenarbeit zwischen Kommune und Wirtschaft gemacht. Spätestens in einem halben Jahr soll dann eine erste Bilanz gezogen werden.
Die Initiative ist offen für weitere Akteure und Interessierte, die sich anschließen möchten oder ihre eigenen Aktivitäten mit dieser Initiative verbinden wollen.
Für Rückfragen stehen Ihnen Ansprechpartner aus allen sieben Städten zur Verfügung (siehe Anhang). Außerdem können Sie ansprechen:
Axel Jürgens
Projektbüro Städtekooperation
Integration.Interkommunal
c/o Peters & Helbig GmbH
0201-287557
0152-292 965 96
axel.juergens@peters-helbig.de
Weitere Informationen zur interkommunalen Zusammenarbeit auch unter:
www.integration-interkommunal.net
Vereinbarung
”Ein Zeichen für Vielfalt und Talente!”
Wir wollen dem durch den demografischen Wandel drohenden Fachkräftemangel aktiv entgegenwirken.
Die Metropole Ruhr ist als traditionelle Einwanderungsregion eine Region der Vielfalt. Diese Vielfalt ist eine Stärke und ein Potenzial der Region.
Für die Entwicklungsfähigkeit einer Region sind eine ausreichende Anzahl und eine Vielfalt von Talenten von entscheidender Bedeutung. Sie in die Metropole Ruhr zu holen und in der Region vorhandene Potenziale zu erkennen, zu fördern und zu binden, ist unsere Chance für die Zukunft.
Auf diese Chance wollen wir unser gemeinsames Handeln ausrichten.
Wir setzen uns in der Metropole Ruhr gemeinsam dafür ein,
1. eine Willkommenskultur zu schaffen und für einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt zu werben,
2. Talentförderung zum Markenzeichen der Metropole Ruhr zu machen, indem wir
• Talente in die Region holen und binden,
• vorhandene Potenziale in der Region aktivieren und ausschöpfen, indem wir allen eine erfolgreiche Bildungsbiografie unabhängig von Herkunft, Religion und sozialem Status in der Region ermöglichen,
3. unsere Ziele durch mehr Austausch, Transparenz und gemeinsame Initiativen zu stützen und die Wirksamkeit unseres gemeinsamen Handelns regelmäßig zu überprüfen.
Kontakte zur Städtekooperation Integration.Interkommunal:
Stadt Bochum, Ulrich Schmitz, 0234/ 910-1859
Stadt Dortmund, Reyhan Güntürk, 0231 / 50-27247
Stadt Duisburg, Jutta Wagner, 0203 / 283-6920
Stadt Essen, Iris Kaplan-Meys, 0201 / 8328-406
Stadt Gelsenkirchen, Dagmar Eckart, 0209 / 169 8562
Stadt Mülheim an der Ruhr, Iris Hofmann, 0208 / 45 51 531
Stadt Oberhausen, Jeldrik Stein, 0208 / 82 59 042
Weitere Informationen auch unter:
www.integration-interkommunal.net