26. September 2011, 12:04 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen schenkt in den nächsten beiden Monaten seine Aufmerksamkeit in einer Zwei-Monats-Reihe den „Komödien“. Außerdem stehen weitere filmische Leckerbissen auf dem Programm.
Die Monatsreihe „Komödien“ startet am Sonntag, 2. Oktober, 12:30 Uhr, sowie am Montag, 3. Oktober , 18 und 20:30 Uhr im Schauburg-Filmpalast (Horster Straße 6, 45897 GE-Buer) mit „Barney’s Versionen“ von Richard J. Lewis. Es folgt als „Neuer Dokumentarfilm“ am Dienstag um 18 und 20:30 Uhr in der Schauburg sowie am Mittwoch um 19:30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190) „Im Bazar der Geschlechter“, eine österreichisch-deutsche Gemeinschaftsproduktion in der persischen Originalfassung mit deutschen Untertiteln.
Die „Komödien“-Reihe wird im Oktober fortgesetzt mit „Arschkalt“ von André Erkauf (am 11./12.10.), „Nichts zu verzollen“ von Dany Boon (am 16./17./19.10.), „Die anonymen Romantiker“ von Jean-Pierre Améris (am 23./24./26.10.) und „Midnight in Paris“ von Woody Allen (am 30./31.10).
Außerdem zeigt das KoKi „Nader und Simin – Eine Trennung“ von Asghar Farhadi am 9./10. Oktober als „Autorenfilm“, „Die Einsamkeit der Primzahlen“ von Saveirio Costanzo am 18. Oktober in der Reihe „Literatur im Film“ und „Blue Valentine“ von Derek Cianfrance am 25. Oktober als weiteren „Autorenfilm“.
Basierend auf Mordecai Richlers Roman „Wie Barney es sieht“ ist Regisseur Richard J. Lewis’ „Barney’s Version“ eine mitreißende, sorgfältig austarierte Genremischung, die anhand der ganz persönlichen Erinnerungen eines zwiespältigen, dennoch liebenswürdigen Mannes in schwarzhumorigen, romantischen und tragischen Momentaufnahmen die Widersprüchlichkeit und Unkalkulierbarkeit des Lebens beleuchtet. Ausgezeichnet u. a. mit einem „Golden Globe“ 2011 in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“ (Komödie/Musical) sowie mit dem FBW-Prädikat „Besonders wertvoll“. – Barney Panofsky (Paul Giamatti) ist ein sarkastischer TV-Produzent Mitte 60, der zumeist einen rauen Umgangston pflegt und zuviel raucht und trinkt. Die Veröffentlichung eines Buches, in dem schwere Vorwürfe gegen ihn erhoben werden, veranlasst Barney zu einer knapp 40 Jahre umfassenden, offenherzigen Lebensbeichte. Er schildert seine Version der Ereignisse und blickt zurück auf Kunst und Dolce Vita unter der Sonne Italiens, auf die Anfänge einer erfolgreichen Fernsehkarriere und auf insgesamt drei gescheiterte Ehen. Geprägt haben ihn auch Vater Izzy (Dustin Hoffman), ein höchst eigenwilliger Charakter, und Freund Boogie (Scott Speedman), dessen mysteriöses Verschwinden nie aufgeklärt wurde.
Sudabeh Mortezais aufschlussreicher Dokumentarfilm „Im Bazar der Geschlechter“ widmet sich der im Iran praktizierten „Zeitehe“, auch „Lustehe“ genannt, die es einem Mann und einer Frau nach schiitischer Tradition erlaubt, für einen befristeten Zeitraum zu heiraten. Dieser kann von einer Stunde bis zu 99 Jahren reichen. Ist die „Zeitehe“ ein religiöses Dogma, legalisierte Prostitution oder etwa ein Schlupfloch, durch das Paare eine Beziehung innerhalb des repressiven iranischen Rechts leben können? Ein tiefgreifendes Bild der unterschiedlichen Ansichten liefern eine geschiedene, alleinerziehende Mutter, ein einsamer Junggeselle und ein junger Mullah. Deren Geschichten bilden die Basis für eine schonungslos ehrliche, kritische und bisweilen auch humorvolle Auseinandersetzung mit der islamisch geprägten Geschlechterpolitik, die zeigt, wie die staatliche Kontrolle der Sexualmoral fundamentalen Einfluss auf das Befinden einer ganzen Gesellschaft ausübt. Nominiert für einen „Österreichischen Filmpreis“ 2011 in der Kategorie „Bester Dokumentarfilm“.
Der Eintritt kostet 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.