04. Oktober 2011, 11:18 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. In seiner Reihe „Autorenfilm“ zeigt das Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen am Sonntag/Montag, 9./10. Oktober im Schauburg Filmpalast „Nader und Simin - Eine Trennung“. Die Filmkomödie „Arschkalt“ präsentiert das KoKi am Dienstag, 11. Oktober, in der Schauburg und am Mittwoch, 12. Oktober, in der Gesamtschule Ückendorf.
Die Filme beginnen am Sonntag um 12:45 Uhr, Montag und Dienstag um 18 und 20:30 Uhr sowie am Mittwoch um 19:30 Uhr. Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler/-innen und Student(inn)en sowie GE-Pass-Inhaber/-innen erhalten Ermäßigungen.
Im Rahmen eines kraftvollen, bewegenden und vielschichtigen Dramas um das Schicksal zweier iranischer Familien – die eine aus dem wohlhabenden Mittelstand, die andere aus einfachen Verhältnissen – verdeutlicht Regisseur Asghar Farhadi im Film „Nader und Simin - Eine Trennung“ die verdrehten Moral- und Rechtsauffassungen eines neurotischen Systems, in dem Willkür und Zufall über Glück oder Unglück des Einzelnen entscheiden. Ausgezeichnet u. a. bei der Berlinale 2011 mit dem „Goldenen Bären“ als „Bester Film“, mit zwei „Silbernen Bären“ für das männliche und weibliche Schauspielensemble sowie mit dem „Preis der ökumenischen Jury“. — Die Eheleute Nader und Simin leben zusammen mit der 11-jährigen Tochter Termeh und Naders an Alzheimer erkrankten Vater in Teheran. Auf Simins Initiative hin hatte das Paar eigentlich beschlossen, das Land zu verlassen, um Termeh eine bessere Zukunftsperspektive als im repressiven Iran zu bieten. Doch Nader überlegt es sich noch einmal anders und will nun des Vaters wegen zu Hause bleiben. Simin reicht die Scheidung ein, die nach einer Befragung abgewiesen wird, woraufhin sie allein zu ihren Eltern zieht. Da Nader tagsüber nicht für den Vater sorgen kann, engagiert er eine junge, strenggläubige Frau. Diese arbeitet ohne Kenntnis und demzufolge auch ohne Einwilligung ihres erwerbslosen, jähzornigen Ehemanns – und ist mehr und mehr von der gesamten Situation überfordert.
Mit sichererem Gespür für die unterschiedlichen Aggregatzustände menschlicher Beziehungen und einem starken Darstellerensemble hat André Erkau („Max-Ophüls-Preis“ 2008 für SELBSTGESPRÄCHE) mit „Arschkalt“ eine facettenreiche, bissige schwarze Komödie um Lebenslügen, Vorurteile und die Angst vor dem Scheitern inszeniert, die „in den besten Momenten (...) an die Arbeiten des finnischen Lakonikers Aki Kaurismäki (erinnert).“ (BR-ONLINE.DE) — Zwei Männer und ein Tiefkühltransporter. Der zynische Ex-Firmeninhaber Berg (Herbert Knaup) will einfach nur seine Ruhe. Dumm nur, dass er ausgerechnet mit dem naiven und ausgesprochen redseligen jungen Moerer (Johannes Allmayer) unterwegs ist. Berg wird den lästigen Beifahrer erst dann wieder los, wenn er ihn zu einem guten Verkäufer gemacht hat, so die Anweisung der forschen neuen Chefin (Elke Winkens). Gezwungenermaßen muss Misanthrop Berg nun Teamgeist zeigen. Gefühlte 876 Tiefkühlpizzen, 4.322 Fischstäbchen und 12.887 Garnelen später beginnt er aufzutauen. Aber damit fangen die Probleme erst richtig an.