23. November 2011, 12:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Der österreichische Kabarettist Georg Kreisler ist am Dienstag im Alter von 89 Jahren gestorben. Mit seinen zeitkritischen Liedern und Chansons wurde er einem breiten Publikum bekannt. Durch sein Lied "Das gibt es nur bei uns in Gelsenkirchen" wurde er besonders in Gelsenkirchen berühmt. Allerdings fiel er 1961 genau mit diesem Lied bei der damaligen Stadtspitze in „Ungnade“. Als das Lied im Norddeutschen Rundfunk gespielt wurde, hagelte es Proteste aus der Ruhrgebietstadt.
Zeilen wie „Wo ist der Kinobesuch und der Alkoholismus erhebIich? Wo ist die Bettwäsche grau und die Seifenreklame vergeblich?“ … oder „Wem dringt der Bohrhammerlärm täglich durchs rußige Ohr? Wer hat den norddeutschen Ernst verbunden mit Schweizer Humor?“ kamen nicht gut an.
30 Jahre später, im Jahr 1991, hatte die Stadt Gelsenkirchen dem Kabarettisten „verziehen“ und legte im Zuge des Kulturfestivals zum Gelsenkirchener Barock sogar eine Single-Sonderauflage des Liedes auf.
Georg Kreisler besuchte Gelsenkirchen zuletzt im Jahr 2009. Im Consol Theater stellte er auf Einladung des Literaturbüros Ruhr sein Buch „Letzte Lieder” vor. Auch nach so langer Zeit zeigte er sich verwundert, dass sein Gelsenkirchen-Lied 1961 so viel Aufsehen erregte.
Kreisler wurde am 18. Juli 1922 in Wien geboren. Als Jude musste er 1938 aus seiner Heimat fliehen. Erst 1955 kehrte er nach Wien zurück und verfasste Gedichte und Lieder, schrieb Hörspiele, Kabarettstücke, Theatertexte und Musicals.