29. November 2011, 10:37 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Fünf Menschen reflektieren in dem Dokumentarfilm „Eylül Çocuklari“ („Kinder des September“) die persönlichen Folgen des Militärputsches vom 12. September 1980 in der Türkei. Der Film wird am Sonntag, 4. Dezember, um 16 Uhr im Kulturraum „die flora“ (Florastraße 26, GE-Altstadt) im türkischen Original mit deutschen Untertiteln präsentiert. Der Eintritt zur dieser gemeinsam vom Integrationsbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen und vom Kulturraum „die flora“ durchgeführten Veranstaltung ist frei.
Zum „Schutz der Einheit des Landes“ verbot die Militärjunta politische Parteien und Organisationen und verhängte das Kriegsrecht. Tausende wurden Opfer politischer Verfolgung, verhaftet, gefoltert oder ermordet, andere flohen vor diesem Terror aus ihrer Heimat.
Für die Menschen, die im Zentrum des Filmes stehen, waren die Ereignisse ein einschneidendes Erlebnis, das das Leben der damals fünf- bis zehnjährigen Kinder veränderte. Sie werden zu Verwandten gebracht, sehen ihre Eltern nur selten oder Jahre gar nicht. Als die Eltern die Türkei verlassen, können manche ihre Kinder sofort mitnehmen, andere holen sie später nach. Die rückblickenden Erzählungen der inzwischen Erwachsenen erschließen den prägenden Einfluss dieser Geschehnisse auf das Leben der „Kinder des September“.
Der Film befasst sich engagiert mit diesem hierzulande viel zu wenig beachteten Teil der türkischen Geschichte. Hülya Karcis Regiedebüt ist ein sehr persönlicher Film, denn auch ihr Sohn ist ein „Kind des September“. Nach der Filmvorführung besteht die Möglichkeit, mit Hülya Karci und dem „Septemberkind“ Günes Gümbüt ins Gespräch zu kommen.