30. November 2011, 10:32 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
Diese Meldung ist vom 30. November 2011, 10:32 Uhr. Gegebenenfalls sind einzelne Inhalte oder der gesamte Artikel nicht mehr aktuell. Für aktuelle Meldungen der Stadt Gelsenkirchen klicken Sie bitte auf https://www.gelsenkirchen.de/aktuelles
GE. Mit dem aus fortlaufenden Filmreihen bestehenden Dezember-Programm beschließt Kommunale Kino (KoKi) Gelsenkirchen ein weiteres und mit über 100 gezeigten Titeln abwechslungsreiches Filmjahr. Den Auftakt macht am Sonntag/Montag, 4./5. Dezember, „Die Höhle der vergessenen Träume“ als „Neuer Dokumentarfilm“. Zum Welt-AIDS-Tag läuft am Dienstag/Mittwoch, 6./7. Dezember, „Geliebtes Leben“.
Es folgen zwei „Autorenfilme“, nämlich am 11., 12. und 14. Dezember „Melancholia“ und am 13. Dezember „Der große Crash – Margin Call“. Als „Neuer Deutscher Film“ steht dann „Dreiviertelmond“ am 18./19./21. Dezember auf dem Programm, und mit der Literaturverfilmung „Die Haut, in der ich wohne“ endet das KoKi-Jahr 2012. Zwischen Weihnachten und Neujahr finden traditionell keine Vorstellungen statt.
„Die Höhle der vergessenen Träume“ läuft im Format 3D Digital am Sonntag, 4. Dezember, aus technisch-organisatorischen Gründen erst ab 13:15 Uhr. Der Eintritt für diesen Film abweichend von den normalen KoKi-Preisen 7 Euro. Die Vorstellungen am Montag beginnen in der Schauburg zu den üblichen Zeiten 18 und 20:30 Uhr.
1994 entdeckten Forscher im südfranzösischen Ardèche-Tal die Chauvet-Höhle, in der sich die ältesten derzeit bekannten Höhlenmalereien und -zeichnungen befinden. Die rund 400 unberührten Wandbilder – meist mit Farben versehene Reliefs – sind zum größten Teil vor mehr als 30.000 Jahren entstanden. Da menschlicher Atem die Luftfeuchtigkeit verändert, was den Erhalt der Tierdarstellungen und Symbole stark gefährden würde, ist die Höhle für jeden Publikumsverkehr gesperrt. Selbst Wissenschaftler dürfen das ca. 8.000 Quadratmeter umfassende unterirdische Gebiet nur zu streng reglementierten Zeiten betreten. Schon früh war geplant, einem Regisseur, stellvertretend für die Öffentlichkeit, den Zugang zur Chauvet-Höhle zu gewähren und ihn die Wandbilder auf Film bannen zu lassen. Werner Herzog erwies sich als genau die richtige Wahl: Mit sparsamer Lichtsetzung und einer handlichen Kamera hat er für „Die Höhle der vergessenen Träume“ die Magie und Schönheit dieses beeindruckenden Ortes eingefangen. Der Einsatz moderner 3DTechnik macht die Dimension und Atmosphäre eines unzugänglichen Raums erlebbar und gibt den Zeichnungen eine quasi physische Qualität, die keine flache Abbildung erreichen würde. Darüber hinaus nutzt Herzog die Plastizität der Felsenbilder zu einem kulturphilosophischen Exkurs über den Ursprung der Filmkunst und Fragen der menschlichen Existenz. „Eine faszinierende Meditation, die jeden Zuschauer unmittelbar trifft.“ (WELT HAMBURG) Offizieller Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale 2011 (außer Konkurrenz); ausgezeichnet von der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW) mit dem Prädikat „Besonders wertvoll“.
Die Vorstellungen von „Geliebtes Leben“ beginnen am 6. Dezember in der Schauburg um 18 und 20:30 Uhr und am 7. Dezember in der Gesamtschule Ückendorf um 19:30 Uhr.
Nach dem Roman „Worüber keiner spricht“ von Allan Stratton entwarf der aus Südafrika stammende und heute in Deutschland arbeitende Regisseur Oliver Schmitz mit „Geliebtes Leben“ einen präzise beobachteten, vielschichtigen Film zum Thema AIDS, dessen universelle Botschaften sich über eine berührende Mutter-Tochter-Beziehung vermitteln. „Ein eindrucksvolles Familiendrama und ein starkes Plädoyer für den (...) Kampf um Menschenwürde und das Recht auf Leben.“ (aus der Jurybegründung der Deutschen Film- und Medienbewertung zur Vergabe des Prädikats „Besonders wertvoll“) Ausgezeichnet u. a. beim Filmfestival in Durban 2010 mit den Preisen für die „Beste Hauptdarstellerin“ (Khomotso Manyaka) und den „Besten südafrikanischen Spielfilm“.
Der Film spielt in Südafrika. Die 12-jährige Chanda (Khomotso Manyaka) wächst in einfachen Verhältnissen im ländlich gelegenen Township Elandsdoorn auf. Trotz der schwierigen sozialen Situation blickt das intelligente Mädchen optimistisch in die Zukunft. Dann aber verändert sich Chandas Leben schlagartig: Ihre jüngste Schwester – noch ein Baby – stirbt und ihr Stiefvater verschwindet kurz darauf spurlos. Als auch noch ihre geliebte Mutter schwer erkrankt, muss Chanda die Verantwortung für die zwei jüngeren Geschwister übernehmen. Hilfe erhält sie keine, denn die einst so freundlichen Nachbarn meiden nun zunehmend die Familie. Chanda ahnt, dass dieses Verhalten mit den schweren Schicksalsschlägen zusammenhängt. Entschlossen versucht sie, die Mauer aus Angst, Verdrängung und Schweigen zu durchbrechen.