14. Dezember 2011, 10:57 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Im Institut für Stadtgeschichte gibt es ein neues sogenanntes Findbuch. Ein Findbuch ist eine Darstellung eines historischen Aktenbestandes. In einem Findbuch werden die überlieferten Akten beschrieben - mit dem Aktentitel, mit den wichtigsten Inhalten und der Laufzeit, also der Zeit, über die Unterlagen in der jeweiligen Akte zu finden sind.
Die Archivarin des Instituts für Stadtgeschichte, Claire Maunoury, hat nun ein solches Findbuch für den Bestand von Archivalien des früheren Amtes Bismarck fertig gestellt, man sagt: der Bestand Bismarck wurde verzeichnet.
Das Amt Bismarck entstand im Industrialisierungsprozess als angesichts der rasant wachsenden Bevölkerung das Amt Schalke 1887 geteilt wurde. Damals hieß das Amt noch "Braubauerschaft" und umfasste die Gemeinden Braubauerschaft, Bulmke und Hüllen. Ein Amtsverband war die Zusammenfassung mehrerer Gemeinden zu einer Verwaltungseinheit innerhalb eines Landkreises. Nachdem die Gemeindevertretung von Braubauerschaft 1898 beschlossen hatte, sich wie die Zeche im Ort nach dem alten preußischen und deutschen Kanzler umzubenennen und der neue Name im Jahr 1900 durch Erlass des preußischen König genehmigt worden war, hieß auch das Amt "Bismarck". Im Rahmen des Eingemeindungsprozesses im heutigen Gelsenkirchener Süden ging das Amt Bismarck 1903 in der neuen Großstadt Gelsenkirchen auf.
Der Bestand von Archivalien zum Amt Braubauerschaft bzw. Bismarck umfasst 130 Akten aus dem Zeitraum 1870 bis 1904. Die Akten geben einen umfassenden Einblick in das städtische Leben der wilhelminischen Epoche. Dokumentiert sind vor allem Verfassungsfragen, wie die Durchführung verschiedener Wahlen, das Verkehrswesen sowie der Bau von Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden. Auch wichtige Informationen für die gesamte Stadtgeschichte Gelsenkirchens finden sich in den Unterlagen, wie etwa die Unterlagen zur Vereinigung mit der Stadt 1903. Zudem ermöglichen Akten zu Vereinen sowie zur Planung patriotischer Feierlichkeiten ein Eintauchen in das damalige Alltagsleben.
Da die Nutzer der städtischen Archivalien bisher auf eine oberflächliche Verzeichnung aus dem Jahr 1941 zurückgreifen mussten, stellt das neue Findbuch nun eine enorme Verbesserung des Zugangs zu den Akten dar. Das Findbuch dient ab sofort sowohl als pdf-Datei auf der Homepage des Instituts für Stadtgeschichte als auch als Druckversion im Lesesaal allen geschichtlich Interessierten der Vorbereitung ihrer Beschäftigung mit der Stadt(teil)geschichte.