23. Dezember 2011, 11:00 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. „Schein und Sein“ ist das Thema des Kommunalen Kinos (KoKi) Gelsenkirchen im Januar 2012. Das KoKi startet mit „Mein bester Feind“ am Montag, 2. Januar, um 18 und 20:30 Uhr im Schauburg Filmpalast (Horster Straße 6) und am Mittwoch, 4. Januar, um 19:30 Uhr in der Gesamtschule Ückendorf (Bochumer Straße 190). In der Reihe „Filmentdeckung“ steht am Dienstag, 3. Januar, „Contagion“ auf dem Programm in der Schauburg.
Der Eintritt kostet normal 4 € für eine Vorstellung bzw. 36 € für die 10er-Karte. Schüler und Studenten sowie GE-Pass-Inhaber erhalten Ermäßigungen.
In der Reihe „Schein und Sein“ folgen die Filme „Die Liebesfälscher“ (10. und 11. Januar) und „Anonymus“ (15., 16. und 18. Januar). Auf vielfachen Wunsch wird am 8. und 9. Januar erneut „Die Nordsee von oben“ gezeigt. Einen außergewöhnlichen „neuen Dokumentarfilm“ gibt es am Dienstag, 17. Januar, mit „Gerhard Richter Painting“ zu sehen.
Als Auftakt zur Februar-Reihe „In fremden Diensten“ gibt es bereits am 22., 23. und 25. Januar „Nur für Personal“ zu sehen. Es folgen „Cheyenne – The Must Be the Place“ als „Autorenfilm“ am 24. Januar, „Halt auf freier Strecke“ als „Neuer Deutscher Film“ am 29. und 30. Januar sowie „Eine dunkle Begierde“ in der Reihe „Biopics“ am 31. Januar und 1. Februar.
„Mein bester Feind“ beginnt in Wien 1938. Mit der Annexion Österreichs durch das Deutsche Reich sieht der aus einfachen Verhältnissen stammende Rudi (Georg Friedrich) die Chance gekommen, Karriere bei der SS zu machen. Davon ahnt sein bester Freund Victor (Moritz Bleibtreu), Sohn der wohlhabenden jüdischen Kunsthändlerfamilie Kaufmann, allerdings noch nichts und vertraut ihm das Versteck einer im Familienbesitz befindlichen Zeichnung von Michelangelo an. Rudi denunziert die Kaufmanns und sorgt für deren Deportation in ein KZ. Geraume Zeit später erweist sich die geraubte Zeichnung als Fälschung. Da die Nazis aus politischen Gründen dringend das Original benötigen, erhält Rudi den Befehl, Victor per Flugzeug zum Verhör nach Berlin zu überführen. Unterwegs wird die Maschine abgeschossen – nur die beiden ehemaligen Freunde überleben. Für Victor bietet sich die Gelegenheit, in die SS-Uniform seines „besten Feindes“ zu schlüpfen-
Basierend auf Paul Hengges Roman „Wie es Victor Kaufmann gelang, Adolf Hitler doch noch zu überleben“ hat Wolfgang Murnberger eine raffinierte, blendend besetzte Tragikomödie um vertauschte Rollen inszeniert, die geschickt zwischen dramatischen und absurd-humorvollen Momenten pendelt, ohne den Respekt vor dem ernsten historischen Hintergrund zu verlieren. Offizieller Wettbewerbsbeitrag zur Berlinale 2011 (außer Konkurrenz).
In „Contagion“ kehrt eine amerikanische Geschäftsfrau von einer Dienstreise aus Hongkong zurück. Sie fühlt sich unwohl – und ist kurz darauf tot. Nur wenig später stirbt auch ihr Sohn, gefolgt von zahlreichen weiteren Menschen rund um den Erdball. Alle sind einem neuen, eminent gefährlichen Virus zum Opfer gefallen, das sich rasend schnell ausbreitet und weltweit für Panik sorgt. Während Wissenschaftler und Ärzte fieberhaft nach einem Gegenmittel forschen, droht die öffentliche Ordnung zunehmend im Chaos zu versinken:
Steven Soderberghs apokalyptische Vision ist bei weitem kein konventioneller Katastrophenfilm, sondern die angenehm zurückhaltend in Szene gesetzte, beängstigend realistische Chronik einer Pandemie, anhand der vielschichtig und scharfsinnig menschliches Handeln im Angesicht einer Extremsituation reflektiert wird. Ausgezeichnet mit dem FBW-Prädikat „Wertvoll“.