06. Januar 2012, 10:03 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Es muss nicht immer der Kindergarten sein, bei beschäftigten Eltern macht auch eine Tagespflege Sinn. Vor allem dann, wenn die Betreuungsplätze in unmittelbarer Nachbarschaft sind: Seit Dezember 2011 gibt es für Kleinkinder in der Kurfürstenstraße 27 neun zusätzliche U3-Tagespflegeplätze.
In dieser neuen Großtagespflegestelle in Gelsenkirchen Feldmark arbeiten zwei Pflegepersonen zusammen und betreuen ihre Tageskinder in einer von der Wohnungsgenossenschaft „Die GWG“ zur Verfügung gestellten Wohnung. Damit die Wohnung als Großtagespflegestelle genutzt werden kann, musste sie aufwendig renoviert werden: „Die GWG“ hat dazu Wände versetzen, ein zusätzliches Badezimmer installieren, einen neuen Terrassenzugang bauen und einen zweiten Fluchtweg schaffen lassen. Außerdem wurden der Fußboden und die Wände so gestaltet, dass sie pädagogischen Anforderungen gerecht werden; schließlich sollen die Kinder sicher in der Wohnung umherkrabbeln und laufen können. Diese Arbeiten wurden von der GWG finanziert. Aus den Investitionsmitteln des Landes für den U3-Ausbau wurde die kindgerechte Ausstattung bezahlt.
Die Betreuungszeiten der Kinder sind flexibel gestaltbar und werden auf die Arbeitszeiten der Eltern abgestimmt. Damit Kinder einen Anspruch auf einen Platz in der Tagespflegestelle haben, müssen die Eltern erwerbstätig sein, beziehungsweise an einer Schul- oder Hochschulausbildung oder einen anderen beruflichen Bildungs- oder Eingliederungsmaßnahme teilnehmen.
Die Idee der Kooperation zwischen einer Wohnungsbaugesellschaft und dem Referat Kinder, Jugend und Familie ist im Gelsenkirchener Bündnis für Familien im September 2006 entstanden. Die erste Kooperation ging die Wohnungsbaugesellschaft ggw ein. Sie stellte mietfrei Wohnungen aus ihrem jeweiligen Bestand zur Verfügung, die zu Kinderbetreuungszwecken genutzt werden können. Zwischenzeitlich haben sich die Wohnungsbaugesellschaften Deutsche Annington, THS und GWG dem Modell angeschlossen.
Das Kinderförderungsgesetz regelt den bedarfsgerechten Ausbau von Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren gesetzlich geregelt. Die Stadt Gelsenkirchen strebt für das Jahr 2013 eine 32-prozentige Versorgung der notwendigen U3 Plätze an. Dies entspricht einer Versorgungszahl von ca. 2000 Betreuungsplätzen, etwa 300 Plätze (15 Prozent) sollen über die Kindertagespflege abgedeckt werden. Derzeit sind im Auftrag der Gelsenkirchener Kindertagesbetreuung (GeKita) bereits insgesamt 62 Tagespflegepersonen tätig, die 223 Betreuungsplätze bereithalten. Durch die neun Betreuungsplätze in der Großtagespflegestelle erhöht sich die Versorgungsquote in Feldmark auf 18 Prozent. Fünf Kinder sind bereits zum 1. Januar 2012 angemeldet.
Diese und weitere vier Kinder werden von Regina Retzkowski und Sevgi Akar betreut. Die 52-jährige Retzkowski ist gelernte Kinderkrankenschwester und hat viele Jahre in ihrem Beruf und in der Kindertagespflege mit Kindern gearbeitet. Seit 2010 ist sie wieder als Tagespflegeperson bei GeKita tätig. Sevgi Akar, 25 Jahre, ist staatlich geprüfte Kinderpflegerin und seit 2010 als Tagespflegeperson tätig. Beide Tagespflegepersonen haben die Basisqualifikation der Kindertagespflege abgeschlossen und entwickeln ihre beruflichen Kompetenzen stetig weiter.