10. Januar 2012, 11:05 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Am Mittwoch, 18. Januar, um 19 Uhr berichtet Siegfried Martsch im Kulturraum „die flora“ (Florastraße 26, GE-Altstadt) über „Die Region Kurdistan im Nordirak“. Der Eintritt ist frei.
Seit 20 Jahren hält Siegfried Martsch engen Kontakt zur Region Kurdistan im Nordirak und unterstützt dort verschiedene humanitäre Projekte und den demokratischen Aufbau. Über 4 Millionen Menschen leben in dieser geographisch sehr vielfältigen Region, die im Norden an die Türkei, im Osten an den Iran, im Westen an Syrien grenzt. Große geopolitische Bedeutung erhält die Region durch ihre bedeutenden Erdölvorkommen. Die Exekutive liegt in Händen der Kurdischen Verwaltung (KRG – Kurdische Regional Regierung), die ihren Sitz in Erbil, einer Großstadt von über 1,4 Millionen Einwohnern, hat und die vom kurdischen Regionalparlament gebildet wurde.
Die Zitadelle von Erbil ist mit über 6000 Jahren eine der ältesten dauerhaft besiedelten Stätten der Welt. Die gegenwärtige Koalitionsregierung von KDP (Demokratische Partei Kurdistan) und PUK (Patriotische Union Kurdistan) bindet unterschiedliche Bevölkerungsgruppen ein, neben der größten Gruppe, den Kurden, auch Chaldäer, Assyrer, Turkmenen und Yesiden.
Seit dem Genozid der Anfal-Kampagnen durch das Saddam-Hussein-Regime in den 1980er-Jahren sind inzwischen mehr als 65 Prozent der dem Erdboden gleichgemachten Dörfer und Städte wiederaufgebaut worden.
Siegfried Martsch lebt seit 2004 überwiegend in Erbil, wo er jahrelang ein breites Netzwerk von Beziehungen in Politik, Verwaltung, Handel und Wirtschaft aufgebaut hat und das Deutsche Kulturzentrum leitet. Der ehemalige Landtagsabgeordnete der Grünen in NRW arbeitete zudem für humanitäre Hilfsprojekte in verschiedenen Krisenregionen, so unter anderem 1991/1992 als Beauftragter der Caritas-International/Schweiz für Humanitäre Hilfe in Kurdistan-Irak nach dem 1. Golfkrieg. Später leitete er Projekte im Kosovo sowie in Angola; aber auch in der Türkei, in Afghanistan, in Pakistan und Osteuropa betätigte er sich.
Info: (0209) 1 69 91 05 und www.die-flora-gelsenkirchen.de. Veranstalter ist der Kulturraum „die flora“ in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten der Stadt Gelsenkirchen.