01. Februar 2012, 16:51 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Die Bertelsmann Stiftung hat heute eine Statistik zur Kinderarmut vorgelegt. Der von der Stiftung unterstützte Regionalvergleich Keck („Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder“) listet den Anteil der Kinder unter drei Jahren auf, deren Familien von der staatlichen Grundsicherung abhängig sind. Für die Stadt Gelsenkirchen sind dies demnach 40,4 Prozent.
„Diese Zahlen sind uns durch unsere eigenen Sozialraumuntersuchungen sehr wohl bekannt“, macht Oberbürgermeister Frank Baranowski deutlich. „Während aber die Bertelsmann Stiftung zum wiederholten Male lediglich Zahlen auflistet und pauschale Forderungen veröffentlicht, haben wir in Gelsenkirchen längst reagiert.“
Hier verweist der Oberbürgermeister auf die in Gelsenkirchen in den vergangenen Jahren mit viel Mühe aufgebaute lückenlose Betreuungskette, mit der gerade junge Familien unterstützt und Bildungsbenachteiligungen kompensiert werden sollen.
Gelsenkirchen hat dafür ein engmaschiges Fördernetz geknüpft, durch das niemand mehr fallen soll. Die kommunale Präventionspolitik in Gelsenkirchen beginnt mit der Geburt. Oberbürgermeister Frank Baranowski: „Wir besuchen alle Eltern von Erstgeborenen, um sie über die Angebote der Stadt zu informieren: die Gelsenkirchener Elternschule, der offene Eltern-Baby-Treff, die U-3-Betreuung, Ganztagsbetreuung in Kitas und Schulen, Sprachförderung von Migrantenkindern – all die kleinen und großen Initiativen, die wir in einer Broschüre zusammengefasst vorstellen.“
Mit vielen Maßnahmen ist Gelsenkirchen dabei bundesweit Vorreiter. Zahlreiche Preise und Auszeichnungen auch auf internationaler Ebene zeigen, dass Gelsenkirchen auf dem richtigen Weg ist – aber noch lange nicht am Ziel.
Die Broschüre kann im Internet unter http://www.gelsenkirchen.de/Leben_in_GE/Pressestelle/Stadt_GE_Brosch_Prävention_Web.pdf heruntergeladen werden.
OB Baranowski: „Um das zu erreichen, brauchen wir nach wie vor starke Partner. Gute Kinderbetreuung und gute Bildung kosten Geld. Doch Kinder und Jugendliche nicht gut genug zu betreuen und zu unterrichten, das würde uns noch viel mehr kosten.“
Insofern unterstützt der Oberbürgermeister die Forderung des Bertelsmann Stiftung Vorstandsmitgliedes Jörg Dräger nach einer staatlichen Förderpolitik, die in Regionen mit größeren Problemen mehr Geld in „gute Kitas und gezielte Förderung in Brennpunkten" investiert.
„Diesen Weg haben wir in Gelsenkirchen längst beschritten. Mitstreiter und Förderer sind allerdings immer willkommen. Bei der Bertelsmann Stiftung kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die jetzt veröffentlichten Zahlen lediglich dazu dienen, den Keck-Atlas als Anwendungs- und Untersuchungswerkzeug den Kommunen anzubieten“, so Frank Baranowski abschließend.