21. März 2012, 10:56 Uhr | Stadt Gelsenkirchen
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GE. Beim Sport gibt es eine sehr einfache Regel, ab wann jemand zu den Seniorinnen oder Senioren gehört. In den meisten Sportarten kommt es ab dem 18. Geburtstag zum Abschied von den Jugendwettkämpfen. Danach verlässt man den geschützten Bereich der Junioren, danach muss man sich mit den Großen messen – eben mit den Senioren.
Abseits des Sports ist die Sache nicht ganz so klar. Im täglichen Leben kann jeder Mann und jede Frau für sich selbst entscheiden, ob er oder sie sich zu den Seniorinnen und Senioren zählen möchte – heute oder in absehbarer Zeit. Oder ob es doch bloß die anderen sind, die älter werden.
Sie haben sich entschieden, dass Sie sich von unserer Einladung zur Seniorenkonferenz, zur Konferenz unter dem Titel „Älter werden in Gelsenkirchen“, angesprochen fühlen und das Thema „Altersgerechte Stadt“ mit gestalten wollen. Wir wollen heute gemeinsam diskutieren, welche besonderen Anliegen ältere Menschen in unserer Stadt haben – und wie wir diesen Anliegen künftig gerecht werden können. Das wollen wir sowohl mit den Gelsenkirchenerinnen und Gelsenkirchenern diskutieren, die schon etwas länger jung sind, wie auch mit allen, die sich erst langsam auf diese Lebensphase vorbereiten. Und dafür brauchen wir Sie, mit Ihren Vorschlägen, Anregungen und Ideen. Schön, dass Sie bei der 3. Gelsenkirchener Seniorenkonferenz dabei sind!
Ohne Ihre Anregungen, ohne Ihre Ideen würde Gelsenkirchen möglicherweise bald alt aussehen. Schließlich erleben wir in den kommenden Jahren etwas ganz Neues: Noch nie waren so viele Menschen, war ein so großer Bevölkerungsanteil unserer Stadt über 60, 70 oder 80 Jahre alt. Darauf müssen wir uns einstellen. Wir wollen und müssen es gemeinsam möglich machen, dass wir alle in diesem Alter gut in unserer Stadt und in den unterschiedlichen Wohnquartieren leben können. Dass es kurze Wege zum Einkaufen gibt, dass die Viertel möglichst barrierefrei sind, dass Ältere an unserer Gesellschaft teilhaben und ein aktives Leben führen können. Und nicht zuletzt, dass es eine gute Pflegeinfrastruktur gibt – um nur ein paar Punkte zu nennen.
Eine älter werdende Stadt muss gestaltet werden. Sie muss demokratisch und mit viel Bürgerbeteiligung gestaltet werden, denn letztlich wissen nur die Älteren selbst, was dafür geschehen muss. Ein gutes Beispiel für diese Form der Gestaltung ist die Einrichtung der Nachbarschaftsstifter und Seniorenvertreter. Diese ehrenamtliche Aufgabe haben wir hier in Gelsenkirchen in städtisch-bürgerschaftlicher Zusammenarbeit entwickelt. Und seit vor wenigen Wochen 20 weitere Männer und Frauen ausgebildet wurden, haben wir nun insgesamt über 80 Seniorenvertreter, die sich um die Belange der älteren Menschen in ihrem Viertel kümmern.
Inzwischen gibt es in so gut wie jedem Stadtteil eine ZWAR-Gruppe; in den kommenden Wochen eröffnen zudem zwei neue Infocenter für Senioren, eines in der Paulstraße in Bismarck, eines in der Industriestraße in Horst. Und doch bleibt darüber hinaus noch vieles zu tun: Wir müssen uns mehr als bisher auch der älter gewordenen Zuwanderer annehmen. Denn das ist eine der großen Herausforderungen des demografischen Wandels: Dass unsere Gesellschaft älter und bunter wird. Und dass damit auch die Älteren bunter werden. Und dass die erste Generation der Zuwanderer, die mittlerweile das Rentenalter erreicht hat, ganz spezifische Bedürfnisse hat. Darauf müssen wir uns noch stärker als bisher schon einstellen.
Auch das Thema „Wohnen im Alter“ beschäftigt viele von Ihnen – und auch uns als Stadt. Die Aufgabe, seniorengerechten Wohnraum zu schaffen, wird uns die nächsten Jahre begleiten. Das sind nur zwei von vielen Beispielen. Sie sehen: Seniorenthemen sind Zukunftsthemen!
Ich jedenfalls bin gespannt auf Ihre weiteren Anregungen, Ihre Vorschläge, die wir benötigen, um dem Ideal einer altersgerechten Stadt etwas näher zu kommen. Ich wünsche uns allen eine gute Konferenz! Glück auf!